Sonntag, 29. Januar 2006

Saint Jimmy sagt:

Ich könnte dir sagen, was dich bekloppt macht – auch wenn du es nicht glauben willst.

Nicht die Tatsache, dass alle anderen auf dich einreden und dir helfen wollen…, sondern die Tatsache, dass du dich selbst nicht anerkennst als die, die du bist. Du versuchst jeden Tag, jemand anderes zu sein. Sogar vor mir blockst du alles ab, was irgendwie Flecken auf deinem Charakter hinterlassen könnte.

Und dann wunderst du dich, dass Menschen dein Vertrauen missbrauchen. Doch eigentlich bist du es, die sich selbst reinlegt, indem du Menschen vertraust, von denen du – wenn du ehrlich zu dir wärst – wissen müsstest, dass du ihnen nicht vertrauen solltest.

Du bist so damit beschäftigt, den Menschen in deiner Umgebung und nach außen vorzuspielen, wie du bist, dass du dabei völlig vergisst, du selbst zu sein.

Jetzt sag ruhig, ich lüge. Oder dass ich nichts weiter bin als einer von den vielen, die dir auf die Nerven gehen, weil sie sich in dein Leben einmischen wollen. Aber ich kann es nicht mehr mit ansehen, wie du dich selbst verleumdest.

Sei einfach du selbst. Dann wirst du merken, wer wirklich zu dir steht, wer deine Freunde sind und wem du vertrauen kannst. Klar, das werden weniger Menschen sein als die, die du bisher mit einem Lächeln und guter Laune irgendwie bei dir gehalten hast. Aber die, die übrig bleiben, sind die, die dich so nehmen, wie du bist.

Und einer davon werde ich sein. Immer.

Du hast mal gesagt, ich wäre anders als alle anderen. Ich wusste damals nicht, wie du das meinst, aber mittlerweile glaube ich, ich habe es verstanden.

Ich sage dir das als Bruder und als Freund – in der Hoffnung, dass du nicht mehr vor dir selbst davonläufst. Denn selbst wenn du sagst, es wäre das Beste, von zu Hause abzuhauen – egal, wohin du gehst, es wird immer dasselbe sein.

Ich will dich gar nicht für das Leben kritisieren, das du führst. Aber hör auf, dich selbst zu quälen. Bitte.

Wenn irgendetwas ist, wenn es dir schlecht geht – dann schluck es nicht einfach runter. Teile deine Gefühle mit den Menschen, die dich lieben. Ob es dein Freund ist, der komische Asi, der dir das hier schreibt, oder deine Mom.

Lass diese Last dich nicht verändern. Denn tief in dir steckt ein wundervoller Mensch – mit guten, schlechten und auch merkwürdigen Eigenschaften. Aber genau das macht dich aus. Und dieser Mensch kommt immer seltener zum Vorschein, weil du ihn immer mehr verschließt.

Es tut mir leid. Ich bin wahrscheinlich der Letzte, der solche Reden schwingen sollte. Aber du bist – neben meinem Bruder – der einzige Mensch in meinem Leben, der mir wirklich etwas bedeutet. Und ich kann nicht einfach akzeptieren, dass du dich selbst verleumdest.

Wenn du willst, dass ich dich in Ruhe lasse, dann tue ich das.

Wenn du willst, dass ich aus deinem Leben verschwinde – wenn du denkst, es würde dadurch leichter für dich – dann gehe ich.

Wenn du meinst, du wärst glücklicher, wenn wir uns ignorieren, sobald wir uns sehen – dann akzeptiere ich das.

Auch wenn es mich zerreißen würde.

Wenn es dich glücklich macht, würde ich sogar das Opfer bringen, dich als beste Freundin… als Schwester… loszulassen.

Freitag, 30. Dezember 2005

Over me Silvester

Ich bin am 20.06. diesen Jahres 20 Jahre alt geworden.

Meine Heimat ist das schöne Städtchen Bünde in Westfalen. Meine Wunschheimat jedoch ist Berlin. Seit ich dort im Jahre 2001 auf Klassenfahrt war ist dies meine absolute Lieblingsstadt. Die Wärme der Menschen die ich dort erfahren habe ist einfach unvorstellbar gewesen für mich. Obwohl die Stadt einem pulsierenden Herz ähnelt, dass jeden Tag kurz vor dem Kollaps ist, habe ich mich in dieser Woche in Berlin verliebt. Genug geschwärmt, zurück zur Wirklichkeit. Ich bin ein Träumer und träume oft und viel von einer besseren Welt. Mein bisheriges Leben ist geprägt von den Ereignissen, die den Stoff für meine Werke liefern. Andersherum sind die Werke, die ich schreibe ein wichtiger Teil meines Lebens.

Auslöser dafür, dass ich anfing zu schreiben war der 27. Januar des Jahres 1998. Es war der Tag, als mir ein neues Leben geschenkt wurde. Während meines fast dreiwöchigen Krankenhausaufenthaltes schrieb ich einige sehr morbide Geschichten von meinem eigenen Selbstmord, den ich eine Woche lang tatsächlich plante. Durch Medikamente die ich bekam litt ich unter starken Stimmungsschwankungen sowie Depressionen. Das Schreiben jedoch vereinte diese beiden Dinge in einer Weise, dass es mir neue Hoffnung gab. Nachdem ich das Krankenhaus verließ und noch zehn Wochen zu Hause bleiben musste begann ich meine ersten Kurzgeschichten zu verfassen. Wenn ich diese heute ab und zu ganz privat lese spüre ich wieder, wie elendig ich mich damals gefühlt habe und erinnere mich, dass ich immer wenn ich etwas geschrieben hatte wieder wesentlich positiver zum Leben eingestellt war.

Nun genug der dunklen Vergangenheit, die zwar wichtiger Teil meiner Geschichte ist aber eigentlich doch eher traurig stimmt als mich fröhlich, lebensfroh und immer gut gelaunt zu beschreiben. Denn das bin ich heute. Auf jeder Party zu Hause und dort immer oben auf bin ich. Wenn ich Hobbys angebe, fange ich meisten mit Party machen an und erst dann folgen Musik (hängt ja auch damit zusammen), Filme (mein Lieblingsfilm ist Independence Day, er gibt mir Kraft) und natürlich das Schreiben. Da bin ich wieder beim Thema. Ich habe schon Vieles geschrieben, das Meiste ist jedoch meiner Meinung nach nicht einmal das Papier wert auf das es gekritzelt ist.

Erst im Jahre 2002 fiel ich meiner Deutschlehrerin als "Schreibkünstler" auf. Das stand jedenfalls unter meiner Klausur, in der ich zwar beinahe am Thema vorbeigeschrieben habe, aufgrund meiner Ausdrucksweise aber dennoch Lob geerntet habe. Von diesem Zeitpunkt an schrieb ich verstärkt. Ich war zu dieser Zeit für alles, was mich umgab auf eine gewisse Weise sehr empfänglich. Mag sein, dass es daran lag, dass ich frisch verliebt war.

Die Draufgänger baggern, die Schüchternen schreiben. Im März 2003 schrieb ich meiner damals Angebeteten ein Gedicht. Wir sind zwar leider niemals ein Paar geworden, jedoch ist sie eine begeisterte Leserin meiner Werke geworden und ist wohl einer der Gründe warum ich seit dem 18.10.04 als Autor bei E-Stories tätig bin. Sie brachte mich schließlich dazu mich an eine Öffentlichkeit zu trauen mit meinen Werken! Wahrscheinlich würden die Blätter ohne sie im Schrank versauern.

Ich war mir bisher niemals sicher ob meine Werke wirklich mehr sind als die Bewältigung all dessen, was ich erlebt und überlebt habe. Deshalb nutze ich E-Stories als Portal meine "Gabe" vielen Menschen zur Verfügung zu stellen und ihnen damit zu helfen ihre Gefühle, Ängste, Erlebnisse in meinen Worten wiederzufinden und natürlich ein bisschen um mich selbst bestätigt zu wissen.

So wurde aus dem Steckbrief eine Kurzbiografie.