Freitag, 13. Mai 2005

DJ Hardcore - A night to remember

Ich erinnere mich nicht mehr daran, wer es war, der mir die „Vitamintablette“ in meine Cola getan hat, aber ich danke diesem Menschen von ganzem Herzen. Es war wohl kurz nach vier und ich begann langsam müde zu werden, das lag nicht zuletzt daran, dass ich damit begonnen hatte etwas ruhigere Klänge anzuschlagen. Während mein normales DJ-Set aus einem bunten Farbkasten besteht, der jegliche Interessen abdeckt, bat mich der Hausherr doch mal etwas ruhigere Stücke zu spielen. Zu erwähnen sei hierbei, dass sich die musikalische Darbietung bis zu diesem Zeitpunkt auf Sauflieder und „Hands Up Mucke“ beschränkte. Die Slow Down Pause baue ich normalerweise schon nach zwei Stunden ein, jedoch hätte es wohl der Stimmung einen Abbruch gegeben und Jens, der Typ, der die ganze Sache angeleiert hat, hätte mit ansehen müssen wie sich einige der ca. 60 Gäste verabschiedet hätten ohne vollstramm zu sein. Wie dem auch sei, nach vier Stunden Party Non-Stop tönten die seichten Klänge bekannter Schmalzinterpreten aus den Boxen. Eine halbe Stunde lang konnte ich das aushalten, dann kam jemand zu mir und fragte mich ob ich nicht noch einmal Helge Schneider spielen könne. Was dann geschah hätte ich mir nicht einmal in nem schlechten Traum vorgestellt. Man stelle sich 5 volltrunkene 20 Jahre alte Männer vor, die mit einer unglaublichen Präzision und Eleganz auf ihrem Weg zur Tanzfläche einfach jeden Stuhl mitnahmen, der ihre Bahn kreuzte. Da der Gang der 5 nachgezeichnet eine Schlangenlinie ergeben hätte, ist nicht erwähnenswert, das es so gut wie alle Stühle des Saales waren. Nachdem das Lied dann vorbei war, waren die 5 auch endlich auf der Tanzfläche angekommen und wollten das Lied erneut hören. Die Strecke, die sie zurücklegten betrug ungefähr 20 Meter, davon 10 auf allen Vieren nachdem sie über die eigenen Füße stolperten. Um den verbliebenen Partygästen was zu bieten dachte ich mir, was soll’s gleich noch mal. Während das weibliche Geschlecht erheitert lachte, packten sich zwei in der Ecke vor sich hin vegetierende Personen, die auch schon kurz vor dem Wachkoma gewesen sein mussten an den Kopf. Während das Lied lief redete ich ein paar Worte mit Jens. Dabei bemerkte ich, dass das Personal der Bar auch nicht mehr vor Ort war, was mich auf eine, im Nachhinein gesehen relativ kranke Idee brachte, die mir schon am Tag zuvor im Kopf rumspukte. Ich hatte darüber nachgedacht mir einen neuen CD-Player zu kaufen, weil mein aktueller schon einiger Kratzer hatte und ich ihn auch nicht mehr sehen konnte. Dazu später mehr, jetzt erst mal zurück zu der Situation die mich überhaupt dazu brachte über so etwas nachzudenken. Während ich im Hintergrund lautes Gelächter vernahm und die 5 Deppen sich zum Gespött der Party machten, dachte ich darüber nach, was für eine Vitaminpille ich bekommen haben könnte. Ich war mir relativ sicher, dass es kein XTC war, davon wäre ich viel kribbliger geworden denke ich, aber dennoch hatte mich das Zeug hellwach gemacht. Ich kam an diesem frühen Morgen nicht mehr darauf was es hätte sein können. Irgendwann in der nächsten Woche erfuhr ich dann, dass jemand, der hier nicht namentlich genannt werden will, nennen wir ihn mal Geromé mit Koffeintabletten rumgelaufen ist und diese in die Getränke geschmissen hat. Danke noch mal dafür. Es muss wohl ungefähr halb 6 gewesen sein, als ich meinen CD-Player in einen Müllsack gesteckt habe und den Rest der Einzelteile vom Boden aufgefegt habe. Leider hatte ich nicht nur den CD-Player aufzufegen, sondern auch ein paar zerstörte Gläser und einen Teil der Bar. Als um 5 Uhr die letzten Gäste gegangen waren, setzten Jens und ich uns noch zu einem kleinen Trinkduell an einen der Tische. Im Hintergrund lief leise „Trink Brüderlein trink!“ Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Tropfen Alkohol getrunken und fühlte mich gut dabei. Jens hatte ebenfalls noch nichts getrunken. Ich fragte ihn, wie viel er mir von meinem Honorar abziehen würde, wenn ich den CD-Player auf der Bar zertrümmern würde. Ich weiß nicht mehr genau was er geantwortet hat, aber er glaubte mir erst nicht, dass ich das wirklich tun würde. Na ja, jetzt hab ich einen neuen CD-Player und von den einst geplanten Einnahmen von 200 Euro an diesem Abend blieben unter Abzug dieses CD-Players und der Kosten für die zerschlagenen Gläser und die Riesenfurche im Holztresen der Bar 50 Euro übrig. Aber Spaß hat es gemacht und das ist doch die Hauptsache.

Time to ajieh

Seit nunmehr 1 1/2 Jahren ist der Ausruf „ajieh“ als Erkennungsschrei in den Sprachgebrauch meines geliebten Bruders und mir selbst übergega...