Mittwoch, 11. Juni 2014

Intensiv - Der Anfang

Wenn man erwacht, ist die Welt meistens noch in Ordnung. Nicht so dieses Mal. Alex erwachte aus einem tiefen, tiefen Schlaf, aber nichts war in Ordnung, gar nichts. Schon der erste Gedanke war: Todesangst! Warum kann ich nicht atmen? Wo bin ich? Was ist passiert? Erstmal egal, ich bekomme keine Luft, will schreien, warum zur Hölle kann ich nicht schreien?

Gerade als er während die Fragen seine Panik ins Unermessliche steigen ließen begann den Raum wahr zu nehmen, eine dunkle Höhle, in gelbliches Licht getaucht, gerade in diesem Moment schnellte seine Hand hoch und ergriff das schlangenhafte Wesen, dass sich in seinem Hals befand. Unter schwerem Würgen entledigte er sich dem Grauen, das ihm die Luft nahm. Er atmete mehrmals kräftig durch und versuchte seine wirren Gedanken zu ordnen. Doch es gelang ihm nicht, sich selbst zu erklären, was er in einer gelblich schimmernden Höhle machte, warum er sich nicht bewegen konnte und wer die Kuttenträger waren, die in fremdartiger Sprache auf ihn einzureden schienen. Es schossen ihm die verschiedensten Varianten durch den Kopf. Entführung durch Terroristen, aber warum? Lösegeld könnte niemand zahlen und wie sollten die ihn überhaupt irgendwo erwischt haben, wo er doch nie raus ging? Viel wahrscheinlicher erschien ihm da schon die Theorie, irgendwelche religiösen Eiferer hätten ihn mithilfe seiner durchgeknallten Exfreundin, die selbst vor einiger Zeit Mitglied des Templerordens oder so was geworden war, aufgespürt und hier her verschleppt, um ihn zu bekehren und ihm den Teufel auszutreiben, der ihn dazu trieb, sich in seinem Blog so negativ über die ausufernde falsche Religiosität und damit verbundener weiterer Lügen auszulassen. Doch gerade als er diesen Gedanken zu Ende dachte, zog es ihn wieder davon und er fiel zurück in den komatösen Zustand, aus dem er gerade erst erwacht war.

2 Tage vorher...

Montag, 2. Juni 2014

Mieses Wochenende

Manchmal braucht es gar keinen großen Knall, um zu merken, dass ein Wochenende komplett daneben geht – es reicht schon, wenn der Körper einfach sagt: „Heute nicht.“

Freitag fing noch halbwegs kontrolliert an. Dialyse, Blutdruck bei 140/90, also nichts, was man nicht schon gesehen hätte. Doch kurz vor Schluss setzte dieser dumpfe Kopfschmerz ein, der sich dann hartnäckig bis tief in die Nacht zog. Paracetamol, ein bisschen Wasser – mehr war da nicht zu holen, außer die Hoffnung, dass der Samstag besser wird.

Samstag war dann so ein typischer „läuft schon irgendwie“-Tag. Neues Medikament gestartet, Lercanidipin, dazu ein eher überschaubares Frühstück. Mittags dann der Klassiker, den man eigentlich besser weiß: irgendwas gegessen, das definitiv nicht mehr gut war. Der Körper merkt sich sowas. Abends noch Gyros, Pommes, ein bisschen Leben genießen wollen – und als hätte man es herausfordern wollen, noch eine Tafel Schokolade hinterher. Kann man machen. Muss man aber nicht.

Sonntag kam dann die Quittung. Kein Frühstück, kaum getrunken, und irgendwann mittags ging’s los: Bauchschmerzen, Hitzewallungen, Durchfall. So ein richtig unangenehmes Gesamtpaket, bei dem man merkt, dass der Körper gerade aufräumt – und zwar gründlich. Im Laufe des Tages wurde es nicht unbedingt schöner, eher im Gegenteil, bis irgendwann Imodium ins Spiel kam und die Lage zumindest langsam wieder in Richtung Normalität kippte. Abends dann vorsichtig wieder etwas gegessen, nichts Wildes, einfach nur schauen, was geht.

Die Nacht zum Montag fühlte sich dann endlich wieder wie ein kleiner Reset an. Keine Dramen mehr, keine Eskalation – einfach nur Ruhe.

War kein gutes Wochenende. Aber vielleicht genau so eins, das einen wieder ein bisschen erdet und daran erinnert, dass man manchmal eben doch besser auf sich achten sollte.

Time to ajieh

Seit nunmehr 1 1/2 Jahren ist der Ausruf „ajieh“ als Erkennungsschrei in den Sprachgebrauch meines geliebten Bruders und mir selbst übergega...