Freitag, 30. Dezember 2005

Over me Silvester

Ich bin am 20.06. diesen Jahres 20 Jahre alt geworden.

Meine Heimat ist das schöne Städtchen Bünde in Westfalen. Meine Wunschheimat jedoch ist Berlin. Seit ich dort im Jahre 2001 auf Klassenfahrt war ist dies meine absolute Lieblingsstadt. Die Wärme der Menschen die ich dort erfahren habe ist einfach unvorstellbar gewesen für mich. Obwohl die Stadt einem pulsierenden Herz ähnelt, dass jeden Tag kurz vor dem Kollaps ist, habe ich mich in dieser Woche in Berlin verliebt. Genug geschwärmt, zurück zur Wirklichkeit. Ich bin ein Träumer und träume oft und viel von einer besseren Welt. Mein bisheriges Leben ist geprägt von den Ereignissen, die den Stoff für meine Werke liefern. Andersherum sind die Werke, die ich schreibe ein wichtiger Teil meines Lebens.

Auslöser dafür, dass ich anfing zu schreiben war der 27. Januar des Jahres 1998. Es war der Tag, als mir ein neues Leben geschenkt wurde. Während meines fast dreiwöchigen Krankenhausaufenthaltes schrieb ich einige sehr morbide Geschichten von meinem eigenen Selbstmord, den ich eine Woche lang tatsächlich plante. Durch Medikamente die ich bekam litt ich unter starken Stimmungsschwankungen sowie Depressionen. Das Schreiben jedoch vereinte diese beiden Dinge in einer Weise, dass es mir neue Hoffnung gab. Nachdem ich das Krankenhaus verließ und noch zehn Wochen zu Hause bleiben musste begann ich meine ersten Kurzgeschichten zu verfassen. Wenn ich diese heute ab und zu ganz privat lese spüre ich wieder, wie elendig ich mich damals gefühlt habe und erinnere mich, dass ich immer wenn ich etwas geschrieben hatte wieder wesentlich positiver zum Leben eingestellt war.

Nun genug der dunklen Vergangenheit, die zwar wichtiger Teil meiner Geschichte ist aber eigentlich doch eher traurig stimmt als mich fröhlich, lebensfroh und immer gut gelaunt zu beschreiben. Denn das bin ich heute. Auf jeder Party zu Hause und dort immer oben auf bin ich. Wenn ich Hobbys angebe, fange ich meisten mit Party machen an und erst dann folgen Musik (hängt ja auch damit zusammen), Filme (mein Lieblingsfilm ist Independence Day, er gibt mir Kraft) und natürlich das Schreiben. Da bin ich wieder beim Thema. Ich habe schon Vieles geschrieben, das Meiste ist jedoch meiner Meinung nach nicht einmal das Papier wert auf das es gekritzelt ist.

Erst im Jahre 2002 fiel ich meiner Deutschlehrerin als "Schreibkünstler" auf. Das stand jedenfalls unter meiner Klausur, in der ich zwar beinahe am Thema vorbeigeschrieben habe, aufgrund meiner Ausdrucksweise aber dennoch Lob geerntet habe. Von diesem Zeitpunkt an schrieb ich verstärkt. Ich war zu dieser Zeit für alles, was mich umgab auf eine gewisse Weise sehr empfänglich. Mag sein, dass es daran lag, dass ich frisch verliebt war.

Die Draufgänger baggern, die Schüchternen schreiben. Im März 2003 schrieb ich meiner damals Angebeteten ein Gedicht. Wir sind zwar leider niemals ein Paar geworden, jedoch ist sie eine begeisterte Leserin meiner Werke geworden und ist wohl einer der Gründe warum ich seit dem 18.10.04 als Autor bei E-Stories tätig bin. Sie brachte mich schließlich dazu mich an eine Öffentlichkeit zu trauen mit meinen Werken! Wahrscheinlich würden die Blätter ohne sie im Schrank versauern.

Ich war mir bisher niemals sicher ob meine Werke wirklich mehr sind als die Bewältigung all dessen, was ich erlebt und überlebt habe. Deshalb nutze ich E-Stories als Portal meine "Gabe" vielen Menschen zur Verfügung zu stellen und ihnen damit zu helfen ihre Gefühle, Ängste, Erlebnisse in meinen Worten wiederzufinden und natürlich ein bisschen um mich selbst bestätigt zu wissen.

So wurde aus dem Steckbrief eine Kurzbiografie.

Sonntag, 23. Oktober 2005

Vermisst uns die Welt überhaupt?

Ein Denkanstoss

 

Warum werden täglich tausende Menschen Opfer von Gewaltverbrechen und in den Nachrichten werden vielleicht drei oder vier Fälle in einem 20sekündigen Satz abgehandelt, der den Angehörigen und den Bekannten der Ermordeten nicht im Geringsten gerecht werden. Es geht nicht darum, die Medienpräsenz, der brutalen Welt, in der wir leben zu kritisieren, die mit ihrer Berichterstattung zwar zur sozialen Kälte und der Ignoranz des menschlichen Lebens beiträgt aber nicht allein verantwortlich zu machen ist. Die Medien, sind schon immer über Leichen gegangen um Quote zu machen, die einen mehr, die anderen weniger, doch wenn nicht einmal mehr der Respekt vor dem Einzelnen bleibt, dann ist das eine Verrohung, die unumkehrbar voranschreitet. Die Sendezeit erlaubt es den Fernsehstationen nicht, tägliche Todesliste von allen an jenem Tag gestorbenen zu veröffentlichen, warum? Weil man lieber am Abend noch einen Actionfilm zeigen muss, der wieder einige Personen den filmischen Tod kostet. Ist das richtig? Nehmen wir das Beispiel der Katastrophe vom Erdbeben isn Pakistan... Die Medien berichten zwei oder drei Tage aus der Region, machen ein Riesenevent daraus, bei dem es ungefähr 50.000 Tote gegeben haben soll, aber nach diesen 3 Tagen, interessiert es keinen mehr, wie es weitergeht. Jeder Mensch, der dort gestorben ist, ist genauso umsonst gestorben, wie jeder, der zum Jahreswechsel dem verheerenden Tsunami in Südostasien zum Opfer gefallen ist, bei dem es 300.000 Opfer gab, denn sie geraten in Vergessenheit. Und niemand von Ihnen hat eine Persönlichkeit. Die Regierungen der Welt behaupten, dass der 2. Weltkrieg vorbei ist und das es sich dabei um einen schrecklichen Krieg gehandelt hat, von Menschen gegen Menschen aber hat dieser so genannte Frieden irgendeinen Vorteil zum Krieg. Na klar, man geht raus und muss keine Angst haben, die eigene Stadt würde in den nächsten Stunden zerbombt, aber dennoch lebt man in einer ständigen Konfrontation mit dem Tod, nur dass er nicht als feindliche Militärmacht vor den Stadttoren wartet sondern durchs Fernsehen in die Wohnzimmer der Menschen gebracht wird. Da frage ich mich, ob das verantwortungsvoll ist, vor allem ob es richtig dargestellt ist, denn auch wenn uns weißgemacht werden soll, es handle sich um die Rückschläge der Natur, gegen unsere ach so falsche Umgehensweise mit unserem Planeten, handelt es sich vielmehr um den Beweis, dass die Menschheit kein Recht darauf hat sich irgendetwas auf ihre Technologie und Intelligenz einzubilden. Denn wer sich ein wenig mit der menschlichen Evolution beschäftigt hat, der weiß bestimmt, dass es sich dabei um einen äußerst unwahrscheinlichen Zufall handelt, der es überhaupt ermöglichte dieses Leben zu erlangen. Wir müssen uns vor Augen führen, dass die Herrschaft der Menschen in Hinblick auf unseren Planeten nicht länger sein wird, als einige Flügelschläge einer Eintagsfliege. Wenn man sich gerade dies vor Augen führt, ist es eine nicht so große Tragödie, dass 300.000 Menschen einem Tsunami zum Opfer fallen oder 50.000 von einem Erdbeben getötet werden, sondern vielmehr der Umgang der restlichen Menschheit mit diesem Problem. Wie steht es mit dem Rudelbewusstsein, des einzelnen? Es geht nicht um die Frage ob es schlimm ist, dass 100.000ende sterben, die Opfer einer Naturkatastrophe, Hungersnot oder eines Krieges sind, sondern ob es schlimm ist, würde nur ein Mensch auf dieser Welt sterben? Warum bewegen die Tode von höher gestellten Persönlichkeiten größere Massen, als der Tod eines Bauern? Ist das gerecht, einen Staatschef, der dieses durch seine politische Laufbahn mit einem dicken Bargeldkonto geworden ist ein Begräbnis mit 100.000enden Trauernden zu gestatten, während ein x-beliebiger Nachbar von jemandem nicht mal einen Sarg bezahlen kann und ohne das Beisein, der Familie stirbt und in einer Prozedur von 15 Minuten zu Asche verbrannt wird und seine Reste in einer Urne in ein x-beliebiges Erdloch geschmissen werden? Nur weil der X-Beliebige keine Bekanntheit erlangt hat, weil er die größte Zeit seines Lebens einsam und allein in einem stillen Kämmerlein zurückgezogen fernab der Welt, die ihn verstoßen hat gelebt hat und sich keiner besonderen Beliebtheit durch seine von der Geburt an gegebene Krankheit erfreut hat bekommt der X-Beliebige keinen Tag auf einem Fernsehsender, der dessen Namen trägt und sich mit seinem Leben beschäftigt. Ist es nicht so?

Man könnte es noch drastischer formulieren, wenn Sie die Entscheidung treffen müssten, ob eine bekannte Größe der Showbranche, die Sie vielleicht gut finden oder Ihr verhasster Nachbar zum Tode verurteilt werden sollten, würden Sie sich nicht für den Nachbar entscheiden? Sind wir Menschen wirklich so kalt und nur auf unser eigenes Wohl bedacht, dass es uns egal ist, was mit allen anderen passiert. Ich bin enttäuscht von der Menschheit und ich schäme mich selbst ein Mensch zu sein, weil ich zu oft miterleben musste, dass Menschen einen täglichen Krieg gegeneinander führen, der jedoch nicht zu gewinnen ist, da es keine Seiten gibt, für die man sich entscheiden könnte. Keine Alternative, für niemanden. Jeder Mensch hat die Zeit seines Lebens nicht anderes im Sinn als dessen Sinn herauszufinden oder aber dem Ende zu entrinnen, was jedoch wenn das Ende der Sinn ist, welche Existenzgrundlage bleibt dann, für viele ist es wohl das Geld geworden, denn wenn man schon begrenzte Zeit unter den Milliarden wandelt, will man wenigstens die gegebene Zeit nutzen und sich über alle anderen erheben können, sei es nun mit Macht, Geld oder anderen Instrumenten zur Stärkung des Selbstbildes. Welchen Sinn sehen wohl die Menschen im Leben, die Tag für Tag vom Hungertod bedroht sind und denen täglich Familienangehörige wegsterben, weil sie weder Geld noch Macht haben, noch nicht einmal essen, haben diese Leben einen Sinn? Wenn diese Leben keinen Sinn haben, warum werden Menschen dann geboren, ist die Menschheit vielleicht nur die Zwischenstation zu etwas anderem? Einer Lebensform, die den Gegebenheiten des Planeten besser angepasst ist und die nicht nur eine Geißel ihres Gehirns ist, welches Ihnen vorgaukelt, das es etwas gibt, wonach man streben muss. Aber solange, werden wir es meiden uns einzugestehen, dass wir, die schrecklichsten Bestien, die diesen Planeten je belebt haben, nicht einmal unsere eigene Art respektieren und uns absolut egal ist, was mit dem Menschen passiert, der nur eine Tür entfernt lebt. So wird es dann auch mit uns zu Ende gehen, jeder stirbt für sich. Etwas anderes haben wir Menschen nicht verdient!

Freitag, 13. Mai 2005

DJ Hardcore - A night to remember

Ich erinnere mich nicht mehr daran, wer es war, der mir die „Vitamintablette“ in meine Cola getan hat, aber ich danke diesem Menschen von ganzem Herzen. Es war wohl kurz nach vier und ich begann langsam müde zu werden, das lag nicht zuletzt daran, dass ich damit begonnen hatte etwas ruhigere Klänge anzuschlagen. Während mein normales DJ-Set aus einem bunten Farbkasten besteht, der jegliche Interessen abdeckt, bat mich der Hausherr doch mal etwas ruhigere Stücke zu spielen. Zu erwähnen sei hierbei, dass sich die musikalische Darbietung bis zu diesem Zeitpunkt auf Sauflieder und „Hands Up Mucke“ beschränkte. Die Slow Down Pause baue ich normalerweise schon nach zwei Stunden ein, jedoch hätte es wohl der Stimmung einen Abbruch gegeben und Jens, der Typ, der die ganze Sache angeleiert hat, hätte mit ansehen müssen wie sich einige der ca. 60 Gäste verabschiedet hätten ohne vollstramm zu sein. Wie dem auch sei, nach vier Stunden Party Non-Stop tönten die seichten Klänge bekannter Schmalzinterpreten aus den Boxen. Eine halbe Stunde lang konnte ich das aushalten, dann kam jemand zu mir und fragte mich ob ich nicht noch einmal Helge Schneider spielen könne. Was dann geschah hätte ich mir nicht einmal in nem schlechten Traum vorgestellt. Man stelle sich 5 volltrunkene 20 Jahre alte Männer vor, die mit einer unglaublichen Präzision und Eleganz auf ihrem Weg zur Tanzfläche einfach jeden Stuhl mitnahmen, der ihre Bahn kreuzte. Da der Gang der 5 nachgezeichnet eine Schlangenlinie ergeben hätte, ist nicht erwähnenswert, das es so gut wie alle Stühle des Saales waren. Nachdem das Lied dann vorbei war, waren die 5 auch endlich auf der Tanzfläche angekommen und wollten das Lied erneut hören. Die Strecke, die sie zurücklegten betrug ungefähr 20 Meter, davon 10 auf allen Vieren nachdem sie über die eigenen Füße stolperten. Um den verbliebenen Partygästen was zu bieten dachte ich mir, was soll’s gleich noch mal. Während das weibliche Geschlecht erheitert lachte, packten sich zwei in der Ecke vor sich hin vegetierende Personen, die auch schon kurz vor dem Wachkoma gewesen sein mussten an den Kopf. Während das Lied lief redete ich ein paar Worte mit Jens. Dabei bemerkte ich, dass das Personal der Bar auch nicht mehr vor Ort war, was mich auf eine, im Nachhinein gesehen relativ kranke Idee brachte, die mir schon am Tag zuvor im Kopf rumspukte. Ich hatte darüber nachgedacht mir einen neuen CD-Player zu kaufen, weil mein aktueller schon einiger Kratzer hatte und ich ihn auch nicht mehr sehen konnte. Dazu später mehr, jetzt erst mal zurück zu der Situation die mich überhaupt dazu brachte über so etwas nachzudenken. Während ich im Hintergrund lautes Gelächter vernahm und die 5 Deppen sich zum Gespött der Party machten, dachte ich darüber nach, was für eine Vitaminpille ich bekommen haben könnte. Ich war mir relativ sicher, dass es kein XTC war, davon wäre ich viel kribbliger geworden denke ich, aber dennoch hatte mich das Zeug hellwach gemacht. Ich kam an diesem frühen Morgen nicht mehr darauf was es hätte sein können. Irgendwann in der nächsten Woche erfuhr ich dann, dass jemand, der hier nicht namentlich genannt werden will, nennen wir ihn mal Geromé mit Koffeintabletten rumgelaufen ist und diese in die Getränke geschmissen hat. Danke noch mal dafür. Es muss wohl ungefähr halb 6 gewesen sein, als ich meinen CD-Player in einen Müllsack gesteckt habe und den Rest der Einzelteile vom Boden aufgefegt habe. Leider hatte ich nicht nur den CD-Player aufzufegen, sondern auch ein paar zerstörte Gläser und einen Teil der Bar. Als um 5 Uhr die letzten Gäste gegangen waren, setzten Jens und ich uns noch zu einem kleinen Trinkduell an einen der Tische. Im Hintergrund lief leise „Trink Brüderlein trink!“ Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Tropfen Alkohol getrunken und fühlte mich gut dabei. Jens hatte ebenfalls noch nichts getrunken. Ich fragte ihn, wie viel er mir von meinem Honorar abziehen würde, wenn ich den CD-Player auf der Bar zertrümmern würde. Ich weiß nicht mehr genau was er geantwortet hat, aber er glaubte mir erst nicht, dass ich das wirklich tun würde. Na ja, jetzt hab ich einen neuen CD-Player und von den einst geplanten Einnahmen von 200 Euro an diesem Abend blieben unter Abzug dieses CD-Players und der Kosten für die zerschlagenen Gläser und die Riesenfurche im Holztresen der Bar 50 Euro übrig. Aber Spaß hat es gemacht und das ist doch die Hauptsache.