Ein Denkanstoss
Warum
werden täglich tausende Menschen Opfer von Gewaltverbrechen und in den
Nachrichten werden vielleicht drei oder vier Fälle in einem 20sekündigen Satz
abgehandelt, der den Angehörigen und den Bekannten der Ermordeten nicht im
Geringsten gerecht werden. Es geht nicht darum, die Medienpräsenz, der brutalen
Welt, in der wir leben zu kritisieren, die mit ihrer Berichterstattung zwar zur
sozialen Kälte und der Ignoranz des menschlichen Lebens beiträgt aber nicht
allein verantwortlich zu machen ist. Die Medien, sind schon immer über Leichen
gegangen um Quote zu machen, die einen mehr, die anderen weniger, doch wenn
nicht einmal mehr der Respekt vor dem Einzelnen bleibt, dann ist das eine
Verrohung, die unumkehrbar voranschreitet. Die Sendezeit erlaubt es den
Fernsehstationen nicht, tägliche Todesliste von allen an jenem Tag gestorbenen
zu veröffentlichen, warum? Weil man lieber am Abend noch einen Actionfilm
zeigen muss, der wieder einige Personen den filmischen Tod kostet. Ist das
richtig? Nehmen wir das Beispiel der Katastrophe vom Erdbeben isn Pakistan...
Die Medien berichten zwei oder drei Tage aus der Region, machen ein Riesenevent
daraus, bei dem es ungefähr 50.000 Tote gegeben haben soll, aber nach diesen 3
Tagen, interessiert es keinen mehr, wie es weitergeht. Jeder Mensch, der dort
gestorben ist, ist genauso umsonst gestorben, wie jeder, der zum Jahreswechsel
dem verheerenden Tsunami in Südostasien zum Opfer gefallen ist, bei dem es
300.000 Opfer gab, denn sie geraten in Vergessenheit. Und niemand von Ihnen hat
eine Persönlichkeit. Die Regierungen der Welt behaupten, dass der 2. Weltkrieg
vorbei ist und das es sich dabei um einen schrecklichen Krieg gehandelt hat,
von Menschen gegen Menschen aber hat dieser so genannte Frieden irgendeinen
Vorteil zum Krieg. Na klar, man geht raus und muss keine Angst haben, die
eigene Stadt würde in den nächsten Stunden zerbombt, aber dennoch lebt man in
einer ständigen Konfrontation mit dem Tod, nur dass er nicht als feindliche
Militärmacht vor den Stadttoren wartet sondern durchs Fernsehen in die
Wohnzimmer der Menschen gebracht wird. Da frage ich mich, ob das
verantwortungsvoll ist, vor allem ob es richtig dargestellt ist, denn auch wenn
uns weißgemacht werden soll, es handle sich um die Rückschläge der Natur, gegen
unsere ach so falsche Umgehensweise mit unserem Planeten, handelt es sich
vielmehr um den Beweis, dass die Menschheit kein Recht darauf hat sich
irgendetwas auf ihre Technologie und Intelligenz einzubilden. Denn wer sich ein
wenig mit der menschlichen Evolution beschäftigt hat, der weiß bestimmt, dass
es sich dabei um einen äußerst unwahrscheinlichen Zufall handelt, der es
überhaupt ermöglichte dieses Leben zu erlangen. Wir müssen uns vor Augen
führen, dass die Herrschaft der Menschen in Hinblick auf unseren Planeten nicht
länger sein wird, als einige Flügelschläge einer Eintagsfliege. Wenn man sich
gerade dies vor Augen führt, ist es eine nicht so große Tragödie, dass 300.000
Menschen einem Tsunami zum Opfer fallen oder 50.000 von einem Erdbeben getötet
werden, sondern vielmehr der Umgang der restlichen Menschheit mit diesem
Problem. Wie steht es mit dem Rudelbewusstsein, des einzelnen? Es geht nicht um
die Frage ob es schlimm ist, dass 100.000ende sterben, die Opfer einer
Naturkatastrophe, Hungersnot oder eines Krieges sind, sondern ob es schlimm
ist, würde nur ein Mensch auf dieser Welt sterben? Warum bewegen die Tode von
höher gestellten Persönlichkeiten größere Massen, als der Tod eines Bauern? Ist
das gerecht, einen Staatschef, der dieses durch seine politische Laufbahn mit
einem dicken Bargeldkonto geworden ist ein Begräbnis mit 100.000enden
Trauernden zu gestatten, während ein x-beliebiger Nachbar von jemandem nicht
mal einen Sarg bezahlen kann und ohne das Beisein, der Familie stirbt und in
einer Prozedur von 15 Minuten zu Asche verbrannt wird und seine Reste in einer
Urne in ein x-beliebiges Erdloch geschmissen werden? Nur weil der X-Beliebige
keine Bekanntheit erlangt hat, weil er die größte Zeit seines Lebens einsam und
allein in einem stillen Kämmerlein zurückgezogen fernab der Welt, die ihn
verstoßen hat gelebt hat und sich keiner besonderen Beliebtheit durch seine von
der Geburt an gegebene Krankheit erfreut hat bekommt der X-Beliebige keinen Tag
auf einem Fernsehsender, der dessen Namen trägt und sich mit seinem Leben
beschäftigt. Ist es nicht so?
Man könnte es noch drastischer formulieren, wenn Sie die Entscheidung treffen müssten, ob eine bekannte Größe der Showbranche, die Sie vielleicht gut finden oder Ihr verhasster Nachbar zum Tode verurteilt werden sollten, würden Sie sich nicht für den Nachbar entscheiden? Sind wir Menschen wirklich so kalt und nur auf unser eigenes Wohl bedacht, dass es uns egal ist, was mit allen anderen passiert. Ich bin enttäuscht von der Menschheit und ich schäme mich selbst ein Mensch zu sein, weil ich zu oft miterleben musste, dass Menschen einen täglichen Krieg gegeneinander führen, der jedoch nicht zu gewinnen ist, da es keine Seiten gibt, für die man sich entscheiden könnte. Keine Alternative, für niemanden. Jeder Mensch hat die Zeit seines Lebens nicht anderes im Sinn als dessen Sinn herauszufinden oder aber dem Ende zu entrinnen, was jedoch wenn das Ende der Sinn ist, welche Existenzgrundlage bleibt dann, für viele ist es wohl das Geld geworden, denn wenn man schon begrenzte Zeit unter den Milliarden wandelt, will man wenigstens die gegebene Zeit nutzen und sich über alle anderen erheben können, sei es nun mit Macht, Geld oder anderen Instrumenten zur Stärkung des Selbstbildes. Welchen Sinn sehen wohl die Menschen im Leben, die Tag für Tag vom Hungertod bedroht sind und denen täglich Familienangehörige wegsterben, weil sie weder Geld noch Macht haben, noch nicht einmal essen, haben diese Leben einen Sinn? Wenn diese Leben keinen Sinn haben, warum werden Menschen dann geboren, ist die Menschheit vielleicht nur die Zwischenstation zu etwas anderem? Einer Lebensform, die den Gegebenheiten des Planeten besser angepasst ist und die nicht nur eine Geißel ihres Gehirns ist, welches Ihnen vorgaukelt, das es etwas gibt, wonach man streben muss. Aber solange, werden wir es meiden uns einzugestehen, dass wir, die schrecklichsten Bestien, die diesen Planeten je belebt haben, nicht einmal unsere eigene Art respektieren und uns absolut egal ist, was mit dem Menschen passiert, der nur eine Tür entfernt lebt. So wird es dann auch mit uns zu Ende gehen, jeder stirbt für sich. Etwas anderes haben wir Menschen nicht verdient!
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