Ich könnte dir sagen, was dich bekloppt macht – auch wenn du es nicht glauben willst.
Nicht die Tatsache, dass alle anderen auf dich einreden und dir helfen wollen…, sondern die Tatsache, dass du dich selbst nicht anerkennst als die, die du bist. Du versuchst jeden Tag, jemand anderes zu sein. Sogar vor mir blockst du alles ab, was irgendwie Flecken auf deinem Charakter hinterlassen könnte.
Und dann wunderst du dich, dass Menschen dein Vertrauen missbrauchen. Doch eigentlich bist du es, die sich selbst reinlegt, indem du Menschen vertraust, von denen du – wenn du ehrlich zu dir wärst – wissen müsstest, dass du ihnen nicht vertrauen solltest.
Du bist so damit beschäftigt, den Menschen in deiner Umgebung und nach außen vorzuspielen, wie du bist, dass du dabei völlig vergisst, du selbst zu sein.
Jetzt sag ruhig, ich lüge. Oder dass ich nichts weiter bin als einer von den vielen, die dir auf die Nerven gehen, weil sie sich in dein Leben einmischen wollen. Aber ich kann es nicht mehr mit ansehen, wie du dich selbst verleumdest.
Sei einfach du selbst. Dann wirst du merken, wer wirklich zu dir steht, wer deine Freunde sind und wem du vertrauen kannst. Klar, das werden weniger Menschen sein als die, die du bisher mit einem Lächeln und guter Laune irgendwie bei dir gehalten hast. Aber die, die übrig bleiben, sind die, die dich so nehmen, wie du bist.
Und einer davon werde ich sein. Immer.
Du hast mal gesagt, ich wäre anders als alle anderen. Ich wusste damals nicht, wie du das meinst, aber mittlerweile glaube ich, ich habe es verstanden.
Ich sage dir das als Bruder und als Freund – in der Hoffnung, dass du nicht mehr vor dir selbst davonläufst. Denn selbst wenn du sagst, es wäre das Beste, von zu Hause abzuhauen – egal, wohin du gehst, es wird immer dasselbe sein.
Ich will dich gar nicht für das Leben kritisieren, das du führst. Aber hör auf, dich selbst zu quälen. Bitte.
Wenn irgendetwas ist, wenn es dir schlecht geht – dann schluck es nicht einfach runter. Teile deine Gefühle mit den Menschen, die dich lieben. Ob es dein Freund ist, der komische Asi, der dir das hier schreibt, oder deine Mom.
Lass diese Last dich nicht verändern. Denn tief in dir steckt ein wundervoller Mensch – mit guten, schlechten und auch merkwürdigen Eigenschaften. Aber genau das macht dich aus. Und dieser Mensch kommt immer seltener zum Vorschein, weil du ihn immer mehr verschließt.
Es tut mir leid. Ich bin wahrscheinlich der Letzte, der solche Reden schwingen sollte. Aber du bist – neben meinem Bruder – der einzige Mensch in meinem Leben, der mir wirklich etwas bedeutet. Und ich kann nicht einfach akzeptieren, dass du dich selbst verleumdest.
Wenn du willst, dass ich dich in Ruhe lasse, dann tue ich das.
Wenn du willst, dass ich aus deinem Leben verschwinde – wenn du denkst, es würde dadurch leichter für dich – dann gehe ich.
Wenn du meinst, du wärst glücklicher, wenn wir uns ignorieren, sobald wir uns sehen – dann akzeptiere ich das.
Auch wenn es mich zerreißen würde.
Wenn es dich glücklich macht, würde ich sogar das Opfer bringen, dich als beste Freundin… als Schwester… loszulassen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen