Dienstag, 20. April 2004

Bernd und die kackende Katze (Original 2002 Version)

nach einer wahren Begebenheit

Diese Geschichte ist der Klasse HY 201 des Jahrgangs 2002/2003 am Ehrich Gutenberg Berufskollegs gewidmet und soll eine Erinnerung an die legendäre Dreyen-Fahrt sein. Jegliche Übereinstimmungen mit lebenden Personen sind gewollt, da dieses Dokument nicht der Beschönigung einiger wirklich so geschehenen Tatsachen dienen soll. Wer sich in irgendeiner Weise beleidigt oder falsch dargestellt fühlt durch dieses Dokument, kann sich ja beschweren!

Es war an einem sonnigen Septembermorgen als sich ein Drittel der Klasse HY 201 in einem vollbeladenen Auto, das durch das enorme Gewicht nicht besonders schnell voran kam auf den Weg machten in das kleine Provinznest, dessen Ortsausgangsschild man beim Einfahren in den Ort schon lesen konnte. Die Verantwortlichen hatten sich ausgedacht, dass es eine Klassenfahrt werden sollte, bei der sich die Schüler untereinander kennen lernen sollten, während nebenbei noch einige Lernmethoden und Inhalte gelehrt wurden. Nach einigem Herumsuchen fanden sie dann doch den Schotterweg, der sie direkt vor die Haustür des umgebauten Bauernhofes geleitete. Steffi - die Fahrerin, Fabian, Simone, Nico und Alex waren die ersten ihrer Klasse, die an diesem Ort ankamen. Der blaue Himmel trügte, denn kühl war’s und es wehte ein leichter Wind. Nach und nach kamen auch alle anderen an und gesellten sich zu den Erstankömmlingen. Die Klasse war schon eine Einheit als sie in Dreyen ankam. Es gab auch eine Parallelklasse, die sich in kleine Gruppen aufteilte und Diskussionen führte. Als dann eine knappe halbe Stunde später alle beisammen waren, war der Zeitpunkt gekommen, die Zimmer zu beziehen. Noch wusste keiner von ihnen, dass diese Nacht ihr Leben verändern würde. Tagsüber hatte man Spaß, diskutierte viel, lernte sich untereinander besser kennen und lachte viel. Der Tag verlief in ruhigen Bahnen und der Abend war frei, alle versammelten sich draußen vor dem Jungenschlafzimmer um einen kleinen Tisch, da es keine Nachtruhe gab hieß das nur eines: „SAUFEN!“

Es muss um die zehn Uhr herum gewesen sein, als die Flaschen auf den Tisch kamen, man hatte schon viel geredet, da bekam man ja auch Durst. Eine bunte Mischung allerlei, stand dort auf dem Tisch beisammen. Wodka, Kirschlikör, Erdbeerlimes, Batida de Coco und Bier. Jeder konnte alles trinken. Zu diesem Zeitpunkt waren nur 11 der insgesamt 14 Schüler auf dem Gelände. Diese saßen geschlossen um den Tisch herum und starrten auf den Alkohol. Wem es einfiel aus Gläsern zu trinken ist ja eigentlich egal, auf jeden Fall war es eine gute Idee. Als dann endlich Gläser am Ort waren gingen die Gespräche über die Vergangenheit und die Bekannten, alte Freunde und über alle möglichen Themen weiter. Alle Flaschen waren nach einer halben Stunde noch fast halb voll außer einer, sie war leer. Es war die Flasche Wodka, die sich Fabian und Nico geteilt hatten. Fabian kauerte nach seinem Genuss wie ein Häufchen Elend etwas abseits der Gesprächsrunde und sagte kein Wort. Nico dagegen wurde immer euphorischer. Eine seiner Mitschülerinnen schien ihn zu nerven. Alle redeten, doch kaum, dass sie ein Wort dazu sagte, kam seinerseits ein ‚Halt die Schnauze’ oder ‚Bla bla bla’. Es war Ina, nachdem er noch ein paar Bierchen getrunken hatte, dufte man ihn gar nicht mehr ansprechen und bekam nur ein ‚Bla bla bla’ oder ‚Du kriegst gleich eine’ zu hören. Nico stand dann irgendwann unvermittelt auf. Um zu gewährleisten, dass er sich nicht verletzt, oder besser um zu lachen sobald er kotzt ging Alex mit, bis er bemerkte, dass Nico einen ganz anderen Plan verfolgte. Sie gingen auf das Gemüsebeet zu und Nico nahm den erstbesten Kürbis und gemeinsam schafften es die beiden den Kürbis aus seiner Verankerung zu reißen. Dann rollten sie ihn in Richtung ‚Party’. Auf dem Weg dorthin machte sich der Kürbis kurz selbständig und rollte über Alex Fuß nachdem er Nico zu Fall brachte und dieser mit seiner Hose im vom Nachmittags gefallenen Niederschlag angefeuchteten Boden landete. Nach einigen Minuten schafften sie es dann doch wieder bei den feiernden Kollegen anzukommen. Dort angekommen stellten sie fest, dass der Kürbis noch keinen Namen hatte. Also nahmen sie zwei Dosen vom Alsterbier von Alex und fragten die in diesem Moment sehr nett erscheinende Ilka, die gerade erst zurückgekehrt war um Rat. Nico fragte mit einem Lallen in der Stimme: „Wie sollen wir den Kürbis nennen?“ Ilka: „Den Kürbis?“ Mit einer Hand am Kopf und einem Lachen im Gesicht fragte sich Ilka ob Nico das ernst meinte. Alex versuchte zu erklären: „Jedes Lebewesen braucht auch einen Namen und der Kürbis hier ist jawohl ein so nettes Lebewesen!“ Nico fragte noch einmal, während er dann auch für Ilka den Blick auf den sympathischen Kürbis freigab: „Wie sollen wir ihn nennen?“ Ilka antwortete dann plötzlich ganz spontan: „Bernd!“ Daraufhin nahmen sie die Dosen und ergossen Teile des Inhalts über den Kürbis: „Wir taufen dich auf den Namen Bernd!“ In genau diesem Moment bekam Bernd eine Persönlichkeit und wurde Ehrenmitglied der Klasse HY 201. Während das fröhliche Treiben immer weiter ging saß Bernd leicht außerhalb und beobachtete das Geschehen. Er sah fröhlich aus. Irgendwann ist jede Party zu Ende und so endete auch diese. Doch wie man leider feststellen musste, sehr abrupt. Auf dem Flur im Gebäude ging Licht an. Fabian, der vor einer knappen halben Stunde bereits auf seinem Bett eingeschlafen war während er auf das Bett gefallen war, bekam vom Ende der Party nichts mit. Er hatte noch seine Jacke und seine gesamten Klamotten an, sogar seine Brille hatte er noch auf als die Party beendet war, Bevor er dort gelandet war, hatte Fabian einige Zeit neben dem Klo verbracht, weil er versucht hatte den Deckel zu reparieren. Dort wurde er dann irgendwann von Benjamin entdeckt und ins Bett gebracht. In hektischer Eile wurden die Reste, soweit es überhaupt welche gab ins Gras gekippt und die Flaschen und Dosen in eine Tüte gepackt und in den Busch der neben der Sitzecke war gestellt. Als die Lehrer Herr Kasfeld und Frau Gongoll am Tatort eintrafen war der Tisch fast leer, ein paar Aschenbecher, Alsterbier und Knabbereien waren noch zu sehen. Auf einem Stuhl ein völlig besoffener Nico und der Rest hatte sich verdrückt. Nachdem er sich nach dem Zustand von Nico erkundigt hatte ging auch Alex ins Gebäude um ein wenig zu schlafen. Bernd hatte das alles relativ kalt gelassen und er war nicht von Nicos Seite gewichen, wie sollte er auch, ohne Beine. Da er durch das ewige Hindurchlaufen von Frau G oder Herr K nicht schlafen konnte musste Alex bis 3 Uhr warten, als Nico endlich ins Gebäude kam und den Kampf gegen das Kotzen gewonnen hatte. Knappe 3 Stunden waren die beiden Lehrkräfte ewig durch das Zimmer nach draußen zu Nico gerannt um ihn nach seinem Gesundheitszustand zu fragen und Witze über Fabian und die Trinkorgie zu machen. Zwischendurch besuchte auch Bernds Namensgeberin das Jungenzimmer, sie war nur gekommen um zu erfahren wer so schnarchen würde, da es Bernd nicht war, Nico draußen saß und Alex wach war und mit ihr redete konnten es nur zwei Personen gewesen sein. Als Frau G von draußen kam verschwand Ilka genau so schnell wie sie erschienen war.

Der zweite Tag war der reinste Albtraum für einige, vor allem die Alkoholiker aus der Parallelklasse hatten schwere Verluste hingenommen in der letzten Nacht, während die HY 201 vollzählig und pünktlich am Frühstückstisch erschienen war mit Ausnahme von Bernd, man wollte ihm nicht zuviel zumuten, waren es derer nicht einmal die Hälfte. Nach dem gemeinsamen Frühstück ging Herr K mit den Schülern der HY 201 beziehungsweise einem Teil davon an den Ort an dem die Tüte lag und kippte diese aus. Mit Entsetzen stellte er fest, was er die letzte Nacht nur vermutet hatte, die Jungs und Mädels hatten richtig einen gebechert. Er schien sehr erstaunt über das Ausmaß gewesen zu sein und über eine Flasche Korn, die ihnen von der Parallelklasse untergejubelt wurde. Mit den Worten: „Das habt ihr alles allein ausgetrunken?“ und „Das muss entsorgt werden!“ war das Thema abgehakt. Da es ein Teil des Methodentrainings war musste bis um 18Uhr gearbeitet werden, die meisten haben um 16Uhr schon das Handtuch geworfen und die Arbeit eingestellt, andere haben das Programm durchgezogen um dann, draußen auf den kleinen Rasenplatz zu gehen um Football zu spielen beziehungsweise sich den Ball zu zuwerfen. Dabei hatte man viel Spaß und die kleine Gruppe bestehend aus denen die gemeinsam mit dem Auto ankamen und Benjamin ging allein nach dem Sport in den Speisesaal und setzte sich so weit es ging von der Parallelklasse entfernt hin und baute sich ein kleines Menü auf. Nachdem sie gespeist hatten nahmen sie ein paar Flaschen Cola mit und gingen auf den Rasenplatz, dort setzten sie sich auf ihre Jacken und lachten die ganze Zeit über Nichtigkeiten und Flachwitze. Jeder Außenstehende hätte denken müssen, dass hier schon wieder ein kleines Besäufnis stattfände.

Plötzlich vernahmen sie einen elenden Gestank und sie sahen sich um, da sahen sie eine Katze, schwarz wie die Nacht und langsam wie eine Schnecke. Sie lief einmal um sie herum, nach einiger Diskussion waren sie sich einig, die Katze war es die so stank, sie beobachteten die Katze, wie sie umherzog und sich auf den Misthaufen legte, sich einmal darauf wälzte und wieder in ihre Richtung ging. Benjamin, der den Football in der Hand hielt überlegte kurz und warf den Ball dann mit ein wenig Kraft in Richtung der Katze, die voll vom Football getroffen wurde und daraufhin lief, wie von der Tarantel gestochen. Nach ein paar Sekunden war sie verschwunden. Bernd lag hinten im Garten und wusste genau, dass seine Zeit noch bevorstände. Nach einiger Zeit waren auch die Cola Flaschen leer und man verzog sich in das Jungenzimmer. An diesem Abend wurde im Jungenzimmer viel geredet und gelacht, ohne dass auch nur ein Tropfen Alkohol dabei im Spiel war. Die Diskussion drehte sich so, dass Bernd in den Mittelpunkt der Diskussion rückte. Nico begann zu phantasieren, was denn wäre wenn er lebendig wäre. Man konnte sich ausmalen, wie er hinter den Leuten herrollte und seinen Charme spielen lassen würde um alle seine Ziele durchzubringen. Dann wollten die Jungen eigentlich schlafen, Nico, der noch eben die ganze Zeit Witze über Bernd gemacht hatte erschrak als er die Rollos vom Fenster hoch machte, damit man das Fenster auf Kippe machen konnte um auch bei Nacht ein wenig Luft in das Zimmer zu bekommen. Vor dem Fenster saß auf einem Stuhl, Bernd und er sah aus als wäre er sauer. Aber Bernd war nicht sauer, Bernd war nur sympathisch. Nach dem Schock gestanden Simone und Tanja, den Kürbis da hin geschleppt zu haben und der Abend klang fröhlich aus. Man ging früh schlafen, weil für den dritten und letzten Tag noch ein hartes Programm auf dem Plan stand.

Die Lehrer hatten sich eine ‚Strafe’ ausgedacht, für die Säufer, die im Gegensatz zu den anderen zu erledigenden Aufgaben ein Witz war. Die letzte Methodentrainingsübung war auch eine kritische Bewertung des Dreyen Aufenthalt, was hat ihnen gefallen, was nicht. Die Klasse HY 201 war sich einig, dass ihnen nicht gefallen hat, dass ihre Parallelklasse dabei war und ihnen hat sehr gefallen, dass sie Bernd den sympathischen Kürbis kennen gelernt haben. Bei den Aufräumarbeiten vor der Abreise, verabschiedete sich jeder auf seine Weise bei Bernd dem sympathischen Kürbis. Als dann endlich feststand, dass es nach Hause ging, war die Stimmung zwar gedrückt wegen Bernd aber irgendwie auch wieder fröhlich wegen der Vorfreude auf das kommende Wochenende. Auf dem Heimweg sprach man kaum ein Wort, die Trauer über den Abschied von Bernd hatte seine Spuren hinterlassen. Aber eines steht fest:

BERND IST EINER VON UNS!

(diese Kurzgeschichte ist genauso in der Abizeitung des Bacabi Jahrgangs des EGB damals erschienen)

Donnerstag, 5. Juni 2003

2 Tage Alfsee

Nach einer wahren Begebenheit

Dieses Schriftstück ist denen gewidmet, durch die diese Fahrt das geworden ist, was sie gewesen ist, also der Klasse HY 201 2002/2003, die allerdings leider nicht vollständig teilgenommen hat. Wenn sich jemand durch dieses Schriftstück in bezug auf sein Aussehen, Herkunft oder Verhalten, oder in sonst irgendeiner Weise beleidigt oder diskriminiert fühlt, hat er Pech gehabt, denn dies ist ein satirischer Tatsachenbericht, der zum größten Teil auf den Informationen basiert, die der Verfasser dieses nicht allzu ernst gemeinten Schriftstücks von Zeugen oder Erzeugern erhalten oder selbst miterlebt hat. Dialoge sind so gut es ging, wörtlich übernommen aber in den meisten Fällen improvisiert, so dass nur noch der Sinn, der Selbe ist... sorry, der Verfasser hatte kein Diktiergerät dabei. Ach und sorry, dass ich schreiben kann!

Tag 1

Alles begann am Morgen des 26. Mai mit dem Versprechen von Nico L., dass das Wetter halten solle, weil ein Orakel es ihm prophezeit hatte. Nicht alle schauten relativ gelassen auf diesen Ausflug, den die HY 201 für diese Woche geplant hatte. Von anfangs dreizehn begeisterten Mitfahrern blieben zum Fahrtzeitpunkt nur noch 10 übrig, die den Weg zum Alfsee nehmen wollten um dort 2 wundervolle Tage in der Sonne zu verleben. Die Gründe der Nichtteilnahme waren vielfältig und sehr haarsträubend. Es gibt doch tatsächlich Leute, die meinen aufgrund eines „Schlafwandelproblems“ nicht mitfahren zu können, oder weil sie einen allergischen Schnupfen haben oder weil sie ihre Katzen nicht alleine lassen können, weil sie niemanden kennen, der auf sie aufpassen könnte, oder weil sie arbeiten müssen und für eine unbedeutende Klassenfahrt nicht frei bekommen würden. Na ja oder weil sie Urlaub in Bethel machen. 

Der Schulalltag war an diesem Morgen völlig ins Hintertreffen geraten und sollte nur zu einem ablaufenden Countdown werden, der immer länger wurde je näher man dem Ende kam. Während Alex der Prognose von Nicos Orakel sehr misstrauisch gegenüber stand, machte sich in der HY201 ein Gefühl von Ferienatmosphäre breit, so wie es eigentlich fast immer der Fall war, aber diesmal war es etwas anderes. Denen, die mitfahren würden war völlig klar, dass sie fast eine ganze Woche keine Schule sehen würden und taten nur noch das Nötigste. Endlich um zwei Uhr war das Wetter immer noch bombig und selbst der skeptische Alex war überzeugt, dass die Fahrt klasse werden würde, obwohl er in einem Zelt mit Philipp schlafen würde und bei Stefan im Auto zum Alfsee fahren würde, vielleicht auch gerade deswegen. Ein feuchtfröhliches Vergnügen stand bevor als er den Weg nach Hause antrat.

Nachdem Philipp das Auto betreten hatte kam vom Fahrzeughalter, der mit einem Anhänger die ganzen Klamotten der Mitfahrer einsammelte, um den Mitschülern dieses Problem zu ersparen der weitere Fahrplan. Bei Alex angekommen waren sie dann auch schon in Feierlaune. Stefan scherzte während Nico und Philipp zurück zum Auto gingen um die Sachen von Alex in den Hänger zu schmeißen: „Du kannst im Hänger mitfahren, denn eigentlich haben wir gar keinen Platz mehr.“ Lachen erfüllte die Luft als sie in das Auto stiegen.

Die Fahrt begann daraufhin mit guter Reggae Musik und gutgelaunten Insassen zur nächsten Station der Reise. Es verschlägt sie also zu Ilka. Dort angekommen erfahren unsere vier Freunde, dass die nächste Station auf ihrer Reise mit ihren Vorbereitungen noch nicht fertig ist, weil Tanja einen Unfall hatte. Also überlegten die fünf nicht lang und zeigten, dass sie ein echt großes Gemeinschaftsgefühl besitzen, denn ohne lang zu fackeln, fuhr Stefan seinen Transporter anstatt zu Ina, wie eigentlich geplant zu Tanja um diese dann mit Sack und Pack zu Ina zu fahren. Da das Auto jedoch nur 5 Plätze hatte, witzelten alle im Auto darüber, dass jemand im Anhänger Platz nehmen werde. Bei Tanja angekommen, dauerte es eine weitere halbe Stunde bevor es weitergehen konnte. Obwohl man um 17 Uhr am Alfsee ankommen wollte, saßen Phillip, Alex und Ilka um viertel vor fünf auf der Straße vor dem Haus von Tanja und wollten frische Luft schnappen, bevor das Auto mit 6 Personen überladen werden sollte. Als Alex, die Idee hatte Nico in den Hänger zu packen, die er allerdings eher als Witz präsentiert hatte, war dieser so begeistert, dass die Aktion zu Stande kam. Besessen von dieser Idee, setzte er sich in den Hänger. Stefan fuhr so vorsichtig, wie es eben ging mit einem Passagier im Hänger. Also wenn man ehrlich sein soll, fuhr er so, dass man im Hänger richtig Spaß haben musste, nahm jede Kurve extra stark, fuhr über Straßenschäden und ließ den Wagen mit Absicht beim Anfahren stocken. Bei Ina angekommen stieg Nico aus und lachte sich halb krank: „Verdammt, war das lustig!“ Auf die Frage, ob es nicht sehr holprig war, antwortete er bloß: „Ja, ging schon! Hat ich mir schlimmer vorgestellt, kann man nicht meckern!“ Zu Alex gewendet meinte er dann: „Wenn wir ankommen trinken wir erst einmal ein Bier!“ Dieser stimmte zu. 

Der nächste Abschnitt der lustigen Fahrt sollte in das von Tierexkrementen übersäte stinkende Kuhdorf Buer führen, wo die Sachen von Simone, so wie Bänke und Tische aus dem Gemeindehaus geholt werden sollten. Aber auch hier musste man erst einmal ankommen. Nico, der als Fahrtbegleiter von Stefan agierte meinte an einer Kreuzung plötzlich: „Hier musst du links fahren. Hier bin ich auch mit meiner Oma lang gefahren!“ Stefan fuhr natürlich links ab, um kurz danach zu ihm herüber zu sehen und zu fragen: „Warum stand auf dem Schild, dass es geradeaus nach Buer ging?“ Als Antwort bekam er nur ein: „Das war eine Fata Morgana!“ Als die nächste Möglichkeit zu wenden kam, drehte Stefan und fuhr den richtigen Weg in die „Stadt“. Nico bekam ein Redeverbot erteilt und setzte den Bieretat schon auf drei und Alex war immer noch dabei. Nachdem man um 17 Uhr 15 am Gemeindehaus mit der Unterstützung von Simones Bruder und Steffi die Bänke in den Anhänger gepackt hatte, sollte die Fahrt dann mit 110 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit hinter einem Opel Corsa her zum Alfsee gehen. Bei guter Musik und guter Stimmung kam einem die Fahrt gar nicht so lange vor und man bemerkte gar nicht, dass man den älteren Herr, länger als eine Stunde alleine am See warten ließ. 

Endlich am See sah man dann auch schon wie erwartet den Mann, der 1950 geboren worden war und seit einer Stunde das Gelände erkundet hatte. Als beinahe zeitgleich auch noch die anderen Truppen der Klasse eintrafen, wurden die Sachen an den Platz gebracht an dem man zelten wollte. Während man die Zelte errichtete wurden bereits, wie geplant, die ersten Flaschen Becks Bier geleert. Es waren die 6-Packs von Nico, die als erstes von der durstigen Meute vernichtet wurden. Nachdem die ersten Zelte standen wurden dann auch schon die ersten Geländetest gemacht. Es gab da zum Beispiel jemanden, der mit einer gewissen Vorliebe über das Zelt von Phillip stolperte und die Heringe aus dem Boden riss und sich danach die ersten drei Male sogar noch entschuldigte und dies sogar ernst meinte. Die betroffene Person weiß, dass sie gemeint ist. 

Nachdem das Lager errichtet war und man gespeist hatte, nicht ohne dabei eine oder zwei Flaschen Bier zu trinken ging man dazu über eine andere Sitzordnung aufzubauen. Daraufhin begann eine Odyssee ins Reich der Alkoholisierten. Mit einem Glas Bacardi Cola für Nico und Alex begann es. Da auch der grauhaarige Lehrer meinte diesen Tanz mit zu tanzen, bekam er ebenfalls das Getränk. Nachdem auch Stefan einen mitgetrunken hatte fragte er: „Herr Schwentker, sagen Sie mal...Als Sie das mit dem gegen Dummheit versichern zu Rebecca gesagt haben, meinten Sie das aber schon ernst, oder?“ Ein breites Grinsen legte sich auf Herr Schwentkers Gesicht und er begann zu lachen: „Natürlich meinte ich das ernst! Man kann sich gegen allen möglichen Mist versichern...Ich wollte damit nicht sagen, dass Rebecca dumm ist, die hat ja eigentlich was im Hirn aber...So und jetzt lasst uns mal spielen!“ Stefan, den diese Antwort nicht ganz befriedigte hakte nach und im Rund ging eine Diskussion über die Wachturmgesellschaft und ihre Anhänger los. Alex und Nico, die das gar nicht interessierte, weil sie diesen Leuten sowieso immer schon die kalte Schulter boten, tranken gemütlich das nächste Gläschen. Plötzlich rief Phillip: „Teufel auf dich, du hast es ja nicht eingetragen!“ Herr Schwentker, der über diese Aussage entrüstet war, sah aus als hätte er Angst bekommen. Stefan erklärte, dass dies der Spruch von Herr Reisch war, als er eines Tages in das Klassenbuch blickte. 

Nun begannen Sie dann auch nachdem der Tisch relativ leer war, bis auf Alkohol und sonstige Flaschen, das Werwolf-Spiel zu spielen. Um die Sache abzukürzen schreibe ich an dieser Stelle, dass Ina die Regeln erklärt hat und daraufhin das Spiel begann, während Alex, Nico, Herr Schwentker und alle anderen mächtig mittranken. Nico und Alex waren am schlimmsten dabei. Das Spiel beinhaltet Passagen, in denen man die Augen schließt und das ist natürlich nicht so praktisch wenn man sich gerade neuen Bacardi einfüllen will, so kann es passieren, dass man plötzlich einen 50-50 Mix Bacardi Cola im Glas hat. Dieses Problem hatten Alex und Nico ein paar Mal. Irgendwann waren dann alle von dem Spiel so geschafft, dass sie nur noch getrunken haben. Es lag nicht nur am Spiel, es war auch zu dunkel zum Spielen geworden. Die Russen schienen ganz nett zu sein, doch es schien, als hätten sie Probleme mit der Autorität der Lehrer gehabt. Auch zu diesen netten Leuten hatte der Lehrer der HY201 einen Ausdruck: „Sehen Sie sich die mal an, BGJ auf jeden Fall!“ 

Nachdem die Alkoholisierten lange am Tisch gesessen waren und über Dies und Das geredet haben, sind gewisse Leute die ganze Zeit immer stiller geworden, während andere Leute durch die Gegend gezogen sind um neue Bekanntschaften zu knüpfen. Phillip, der schon einiges zu viel getrunken hatte redete nur noch Unfug, sein Saufkumpane und Zeltkollege nicht. Dessen Problem war es überhaupt reden zu können. Irgendwann wurde es ruhig um den Platz. Eine kleine Gestalt saß mit dem Kopf auf der Tischkante auf der Bank. Ab und zu vernahm die Gestalt Stimmen. Eines war vollkommen klar, Alex war hackebreit. Als ob dieser Zustand nicht genug wäre, entleerte er Teile seines Alkoholmagens auf dem umgekehrten Weg auf den Zeltplatz. Nachdem er so eine Weile vor sich hingegammelt hatte, wurde Stefan auf ihn aufmerksam und half ihm. Für Alex war die Sache sehr peinlich, denn er musste ins Zelt getrieben werden und kotzte noch ein wenig vor das Zelt und sonst wohin. Ohne Hilfe hätte er wahrscheinlich noch am nächsten Morgen gezittert und vor Kälte wäre er erstarrt oder gar gestorben. Die Nacht war im Vergleich um Tag viel zu kühl gewesen, deshalb wurde es auch relativ kühl. Nun ein ermahnendes Wort: „Teufel auf dich, du musstest ja zuviel trinken.“ Was der Alkohol so anrichtet. Nichts desto Trotz hatte jene Nacht auch einen neuen Morgen.

Tag 2

Der erste, der wach wurde, war derjenige, der als letztes Schlafen ging. Sein erster Gang war in die Dusche, wo er um halb sechs früh feststellte, dass er seine Klamotten miteingekotzt hatte. Nachdem er also damit fertig war, hatte er sich vor lauter Restalkohol auch noch verlaufen, fragte sich, wo er plötzlich war. Überall um ihn herum Wohnwagen. Taumelnd suchte er den Weg zurück ins Lager und stellte dabei fest, dass die Sonne schon wieder halbhoch am Himmel stand.

Es musste so um 6 Uhr morgens gewesen sein, als ihm auf seinem Weg schon sein Zeltkollege entgegenkam. Während das Lager in den nächsten 4 Stunden langsam erwachte, machten Alex und Phillip einen Rundgang um das Alfsee Gelände und sagten in einer Stunde mindestens 100 Mal: „Teufel auf dich...!“ Die verschiedensten Variationsmöglichkeiten wurden ausprobiert. Wenn der Erfinder des Spruches von der Begeisterung wüsste, die seine grummelige Selbstkritik eines Morgens ausgelöst hatte, würde er vielleicht sein Glas darauf erheben oder sagen: „Teufel auf dich, du hast es ja nicht eingetragen!“ Währenddessen holte Stefan schon frische Brötchen fürs Frühstück. Er fragte Nico: „Na und wie hast du geschlafen?“ Wie bei einer Vorglühzeit von ein paar Sekunden, kam plötzlich das Geräusch von einem langsam anspringenden Motor, gefolgt von einem: „Kann man nicht meckern!“ 

Nachdem man um 10.30 Uhr oder sonst wann endlich gefrühstückt hatte begann man den Tag zu planen. Obwohl einige gerne schon früh morgens um 12 mit dem Saufen anfangen wollten, war die Planung eine andere. Es sollte noch Kart gefahren, Beach - Volleyball gespielt werden und noch viele lustige Dinge unternommen werden. Allerdings hatten 8 Personen plötzlich Lust auf Monopoly bekommen und begannen zu spielen. Aufgrund von schlechten taktischen Überlegungen gelang ein Team besonders ins Hintertreffen, denn es besaß am Ende der Straßenverkäufe nur zwei Straßen, zwar die Parkstraße und Schlossallee aber damit konnte man (als erfahrener Monopolyspieler weiß man so etwas) nicht gewinnen. So hielten sich Phillip und Alex dennoch circa 1,5 Stunden über Wasser. 

Währenddessen gingen die Kartfahrer auf die Kartbahn. Dort mussten sie feststellen, dass der ältere Herr, der normalerweise ihr Lehrer war, noch richtig Saft in den Knochen hatte. Er nahm sich einen Helm und stülpte ihn sich auf den Kopf. Als er bemerkte, dass er nicht richtig saß, weil ihm die Sicht verwährt blieb, drückte er noch einmal nach, um festzustellen, dass er ihn falsch herum aufgesetzt hatte. „Überraschenderweise“ platzierte Nico sich nicht so besonders gut, man könnte auch sagen er wurde letzter. Das obwohl oder vielleicht auch gerade weil er vorher herumgetönt hatte: „Euch fahr ich doch in Grund und Boden!“ Phillip gewann mit einem souveränen Rennen vor dem Rest des Feldes. Als sie von der Kartbahn wiederkamen riss Stefan im Lager das Wort an sich: „Also ich möchte jetzt erst einmal sagen, ich habe allerhöchsten Respekt vor Ilkas Leistung, das hätte ich ihr nicht zugetraut, und das meine ich hundertprozentig ernst!“ Nachdem das Monopoly – Spiel dann auch entschieden war, zogen ein paar Recken los um Volleyball zu spielen. Dabei hatten sie nicht bedacht, dass vielleicht auch ihre Zeltplatznachbarn dieses Spiel beherrschten. Da diese Menschen etwas mehr Alkohol zu benötigen schienen, kamen Bälle auf einen gewissen Saufkopf namens Artur niemals an. Im Grunde tat dieser nichts mehr als von einem auf das andere Bein zu wechseln und dabei nur zu taumeln. Der besagte Saufkumpane irrte den gesamten Tag auf dem Zeltplatz und Alfseegelände umher und machte Scheiße, also nicht im wahrsten Sinne des Wortes, ist doch klar wie ich das meine. Währenddessen spielten Schwentker, Stefan und Alex Skat. „Wann machen wir denn das Bier auf?“ fragte der ältere Herr. Mit der Vertröstung auf 18 Uhr war er kurz zufrieden. Punkt 6 Uhr stand er auf: „Wer möchte noch ein Bier?“ So um 20 Uhr nach dem Essen, eskalierte die Situation für einen kurzen Moment. Alles hatte eigentlich schon beim Abendbrot angefangen, als Nico Teile einer Melone mit Stefans Ohr geteilt hat. Der Racheakt erfolgte dann später mit Ketchup, welcher ebenfalls im Ohr landete. An dieser Stelle möchte der Autor Tanja Noak einen Gefallen tun, weil sie ihn darum gebeten hat, nicht zu erwähnen wie sie nach dem ersten Glas Wodka – Red Horse rückwärts über die Bank gestolpert ist, während sie aufstehen wollte um danach in einer der Kühltaschen zu landen und weil diese ja voller Wasser war nass bis auf die Haut in Richtung Bad abzuziehen. Nicht ohne jemanden mit einem Gesicht voller Zahnpasta mitzunehmen, der den Kampf gegen die Tube verlor. Die Person von der hier gesprochen wird, war Ilka. 

30 Minuten später, waren auch schon einige Bierflaschen leerer und einige Lachmuskeln mehr bewegt worden. Nico, der langsam vor sich hin trank und sich heimlich einen Wodka – Red Horse nach dem anderen einschenkte wartete mit den anderen auf die zweite Runde Werwolf, die dann unter der Regie von Steffi ein Ende fand. Daraufhin ging der Abend erst so richtig los. Weil Nico den Platz wechselte legte er zum 14ten oder 15ten oder ach ist doch egal wie oft, das Zelt flach. Resignation im Blick des Besitzers, der auch keinerlei Anzeichen sehen ließ, er wolle es wieder aufbauen. 

Weil es an dieser Stelle gewisse Peinlichkeiten geben könnte erwähnt der Autor sein Alter hier mit Absicht nicht. Nachdem er dachte es zu könne wollte er es auch gleich testen. Er öffnete also mit einer Hand den ersten BH und verzweifelte beim zweiten bereits. Nachdem er einmal um den Tisch herum war, fragte er auch noch Herr Schwentker, der daraufhin seine beiden Hände an seinen Oberkörper hielt: „Gebrauchen könnt ich schon einen!“

Danach kamen dann auch die netten jungen Männer von der Nachbarsparty herüber und wurden von Herr Schwentker freundlich begrüßt: „Kommt setzt euch doch! Trinkt was, wir haben so viel!“ Der Abend wurde zu einem Geben und Nehmen zwischen zwei Zeltnachbarstämmen. Nach interessanten Diskussionen und dem reichlichen Genuss von alkoholhaltigen Säften ging Herr Schwentker pünktlich um 0 Uhr ins Bett.

Danach war es relativ still im Lager, die Fraktionen hatten sich auf dem Gelände verteilt. Gemeinsam standen Stefan, Steffi, Alex, Nico und Phillip beieinander und lachten unaufhörlich. Das was um halb 3 ungefähr geschah, war einfach nur zum Totlachen. Stefan konnte sich vor Lachen nicht bewegen, Nico bekam keine Luft mehr, nur einer fand es gar nicht lustig. Der das Zelt, wieder aufbauen musste. Was war geschehen? Nachdem Nico sich dem Zelt näherte und auf das Einmannzelt mit den 2 Insassen sprang, brach die apokalyptische Prophezeiung des Alex los. In einer Lautstärke, die schon abnormal war, brüllte er aus dem Zelt, das zusammengefallen über ihm lag heraus Beschimpfungen, die kein normaler Mensch rufen würde (schon klar was gemeint ist), während Phillip es wieder aufbaute. Obwohl der Lachkrampf sich relativ schnell gelegt hatte, bei den Stefan und Nico, ging die Nacht noch turbulent weiter. Es muss so gegen 3 gewesen sein. Man hörte die beiden diskutieren, nachdem Stefan einen spitzen Schrei absonderte: „Ah, eine Spinne, Linus mach se tot!“ Dieser nahm eine im Zelt herumliegende Bierflasche und schlug auf die Spinne ein, die über Stefans Schlafsack krabbelte mit ihren acht Beinen, während er erzählte: „Ach das ist ne Kreuzspinne, die ist nicht so gefährlich!“ – „Das Gift tötet in acht Stunden!“ – „Ach, hab ich nicht gewusst!“ Mit diesen Worten schlug Nico zu. „Jetzt ist sie tot!“ - „Linus mach den Kadaver von meinem Schlafsack! Die bewegt sich noch!“ – „Die hat nur noch ein Bein, die kann sich nicht mehr bewegen.“ – „Schmeiß die Flasche raus, da klebt ja noch die Hälfte von dem Kadaver dran!“ – „Hier willst mal probieren!“ Dann hörte man nur ein Dumpfes Aufschlagen der Bierflasche auf dem Boden vor dem Zelt. Stille!

Tag 3

Für die ganz harten Säufer begann der Tag schwer, für Alex schon als Ilka, Ina und Jena ins Bett gingen und die Zeltnachbargenossen auch. Die Heimfahrt Stunden später verlief nach dem gemeinsamen Anpacken aller Camper harmonisch bei sommerlichen Temperaturen. Weil viele Mitglieder der HY 201 nicht darauf geachtet haben ist anzumerken, dass es in Alfhausen einen Schwarzen Weg gibt.

Ende, Aus, Schluss, Vorbei