Samstag, 4. Dezember 2004

Bernd und die kackende Katze 2 - Die Rückkehr

Ein Jahr nachdem Bernd, der sympathische Kürbis aus Dreyen aus seiner natürlichen Umgebung gerissen wurde, begab es sich, dass eine Schülergruppe, ein vom EGB organisiertes Methodentraining abzuhalten hatten. Sie setzten sich wie einst Nico und seine Kollegen in den Garten hinter dem Haus und sahen sich um. Das erste, was sie erblickten war das Kürbisbeet. Früher hatte hier Bernd geruht, bevor ihn zwei dumme Jungen davontrugen und ihn als Belustigungsobjekt zur Schau stellten. Nicht einmal der Suff konnte diesen Frevel entschuldigen.

Die Geschichte von Bernd hatte schon längst den Status einer Legende erhalten. Viele hatten nur Brocken der wahren Begebenheiten gehört und reimten sich den Rest zusammen. Drei Jungs standen bedächtig am Kürbisbeet und starrten auf die Erde. Ein kleines Schild im Boden erinnerte an den damaligen Inhaber von diesem Plätzchen Erde. Auf einem Holzschild stand, kaum noch lesbar durch den Niederschlag der letzten Tage: Bernd! Einer von ihnen, sein Name war Nico meinte mit gedämpfter Stimme: „Leute, ihr glaubt doch nicht, dass ein Kürbis sich rächen könnte, oder?“ Einer seiner neuen Mitschüler drehte sich zu ihm: „Du hast den verfluchten Namen! Ich würde mich an deiner Stelle in Acht nehmen.“ Nico lachte: „Morgen geh ich eh nach Hause, Scheisse hier!“

Am Abend des ersten von drei Tagen, die das Training dauern sollte, setzten sich die Schüler abends um den Tisch, an dem auch die damalige HY 201 gesessen hatte, um gemütlich beisammen zu sein und Erfahrungen auszutauschen, sowie eine Menge Alkohol zu trinken. Obwohl ein ausgesprochenes Alkoholverbot herrschte, hatte jeder etwas zu trinken mitgebracht. Nico war einer der ersten, der seinen Pegel erreicht hatte und er fing an Dünnschiss zu erzählen: „Wisst ihr, wenn das hier keine Schulaktion wäre, dann würd‘ ich euch alle vögeln!“ Mit einem Klatschen und Grölen bejubelten seine Kameraden diese Aussage. Herbert und Oliver lachten sich halb über ihn kaputt. Nico, der nicht mehr im Stande war, klar zu sehen, griff nach der Flasche Wodka. Daneben! Er sah seine Hand an und wunderte sich, warum sie ihm nicht das kühle Nass ins Glas füllte. Lautstark verkündete er: „Flasche ist leer, Ich bin voll! Ich geh pissen!“ Mit diesen Worten ging bzw. taumelte er in Richtung Gemüsegarten. Vom Tisch wehte gellendes Gelächter hinter ihm her!

Er versuchte einen Fuß vor den anderen zu setzen, aber es war unmöglich. So passierte es, dass er über seine eigenen Füße stolperte und im Kürbisbeet lag. Mit einem Schrei richtete er sich wieder auf. Er sah an sich herunter und musste bemerken, dass seine Kleidung komplett zugesaut war. Es begann zu regnen und er war immer noch nicht pissen gewesen. Er dachte nach, wobei er so laut dachte, dass jeder in seiner Nähe an seinen Gedanken teilhaben konnte: „So eine verdammte Scheiße, bevor ich reingehe muss ich pissen, sonst explodiere ich! Ah, da ist‘s gut!“ Er ging hinter die Mauer, die den Gemüsegarten vom restlichen Garten abgrenzte und hielt seinen Lurch in den Regen. Während er so da stand und seine Blase leerte, verspürte er plötzlich den Drang, mit seinem Genital ein Gespräch anfangen zu müssen. Der Regen hatte schon wieder aufgehört. Oliver und Herbert hatten sich aufgemacht, Nico zu suchen. Sie hörten ihn reden: „Du dummes Stück, gehst du wohl da rein! So widerspenstig bist du doch sonst nicht! Du kleiner Lümmel, du!“ Sie sahen sich an und wussten Bescheid. Lange schon hatten sie vermutet, dass Nico schwul sei, dies schien es zu bestätigen. Oliver hatte eine Idee, wie sie Nico erschrecken würden. Sie teilten sich auf und wollten sich ihm von beiden Seiten nähern. Doch Nico war schneller. Ein spitzer Schrei durchschnitt die Luft. Als wenn er sich entschuldigen wolle schrie Nico: „Es tut mir leid, sowas passiert mir sonst nie!“ Ein zweiter Schrei folgte, bevor er hinter der Mauer hervorkam. Olli und Herb sahen ihn fragend an: „Warum hast du eine Hand in der Hose?“ Nico fing an mit der Hand kreisende Bewegungen in seiner Hose zu vollziehen: „Ich hab mir die Eichel im Reißverschluss eingeklemmt? Habt ihr noch kühles Bier?“ Nachdem sie vor Lachen fast umgekippt wären fragten sie ihn: „Willst du damit kühlen oder was? Warte hier draußen, die machen schon Kontrollgänge!“ Mit diesen Worten gingen sie los um ihm kühles Bier zu holen.

Er setzte sich derweil mit Tränen in den Augen ins Kürbisbeet, genau an die Stelle, wo das Bernd Schild war. Die Erde war locker. Es kam ihm vor als wäre etwas unter ihm, das darauf wartete heraus zu kommen. Er malte sich aus, wie er im Boden versinken würde und plötzlich im Reich der Kürbisse wäre. Alle würden sie ihn anstarren, weil er so anders war als sie. Die ganze Kürbiskolonie würde mit ihm tanzen und um ihn herumrollen. Dann dachte er plötzlich an Kürbiskuchen. Er machte die Augen auf und merkte, dass sich unter ihm etwas bewegte. Sofort sprang er auf. Die Erde bewegte sich und wich zur Seite. Langsam aber sicher kam etwas orangefarbenes zum Vorschein. Nico stockte der Atem: „Aber ich dachte, Bernd wäre tot!“ Der Kürbis hatte ein Gesicht. Es war ein bösartiger Ausdruck von seinem Gesicht abzulesen. Das Mondlicht blitzte durch die Äste der umherstehenden Bäume und ließ den Kürbis noch bösartiger aussehen. Nico packte sich an den Kopf: „Alkohol, oh Alkohol!“ Er war im Begriff in das Gebäude zu gehen, als ihn etwas festhielt. „Du bleibst hier...für immer!“ Er drehte sich um. Ein riesiger Kürbis zog ihn an Ranken zu sich und biss ihm seinen Kopf ab. Dann zog er den Rest des Kadavers mit ins Erdreich, in dem er wieder verschwand.

Als Olli und Herbert wieder draußen waren, war Nico verschwunden. Kopfschüttelnd und mit dem Gedanken, er sei in dem Zustand irgendwo in die Pferdeweide gelaufen, um zu kotzen, gingen sie in ihre Schlafgemächer. Dort redeten sie noch lange Zeit über die Legende von Bernd und überlegten, wer aus ihrer Klasse mögliche Kandidaten einer Rache von Bernd waren. Aber bis auf Tanja fiel ihnen niemand ein. Simon schlief schon lange, als sie auch beschlossen sich hinzulegen. Er hatte von ihren Gesprächen nichts mitbekommen. Dazu war er zu breit gewesen.

Am nächsten Morgen war Olli relativ früh wach und ging nach draußen, um erst mal eine zu rauchen. Er stellte sich an das Kürbisbeet, von hier aus hatte man einen super Ausblick über die Landschaft. Während er den Rauch in die Umgebung pustete hielt er Ausschau nach Nico. So langsam machte er sich Sorgen, dass ihm was passiert sein könnte. Vor allem machte er sich Sorgen, dass er dafür den Anschiss bekommen würde. Nachdem er ausgeraucht hatte, war er den Rest zielsicher auf das Bernd Schild. Es war zwar bewölkt aber die Sonne blitzte ab und zu durch die Wolken. Genau jetzt war wieder einer dieser Momente. Der Sonnenstrahl fiel auf das Schild und der Name Bernd leuchtete kurz auf. Verwundert rieb sich Olli die Augen. Als er die Hände wegnahm, bemerkte er eine enorme Wärme. Ein riesiger Kürbis mit einer riesigen Zigarette im Mund war vor ihm. Mit einer der Ranken, die den Kürbis umgaben, warf er die Zigarette auf Olli. Dieser fing sofort Feuer. Er wollte schreien, doch es war nicht möglich. Eine der Ranken hatte ihn am Hals gepackt und drückte ihm die Luftzufuhr ab. Nach einer Weile war Olli erstickt. Jedoch noch nicht verbrannt. Der brennende Leichnam wurde mit dem Riesenkürbis in die Tiefe gerissen, bevor sich die Erde wieder über ihm sortierte.

Bei der Anwesenheitskontrolle erfuhren die Lehrkräfte nun auch, wer fehlte. Nico und Oliver Alexander waren nicht auffindbar. Die Lehrer dachten sich nichts weiter dabei. Erst in der Mittagspause wurden einige nervös. Simon war nur auf die Toilette gegangen, aber nicht wieder aufgetaucht. Herbert gefiel das. Es erinnerte ihn an das Skript eines Horrorfilms. Nacheinander verschwanden alle, die in irgendeiner Weise einen Zusammenhang haben zu Bernd. Nur Simon verstand er nicht. Erst nachdem er nachgelesen hatte, dass Simons Nachname Eckelt war, begann es ihm zu dämmern. Es gab nur noch zwei wichtige Personen in der Legende um Bernd, die eine war Tanja, de zusammen mit Simone, laut der Legende damals den Kürbis umhertrugen, um Nico zu erschrecken und die andere, die Namensgeberin: Ilka. Aber es gab keine Ilka bei ihnen. Überall suchte Herbert während der Mittagspause nach Tanja aber nirgendwo war sie auffindbar. Am Nachmittag hatte sich die Liste der Vermissten Personen auf 4 erhöht, denn Tanja war nicht wieder aufgetaucht. Es konnte nur eine der Lehrkräfte sein, die Ilka hieß. Herbert fragte sich durch bei den Lehrerinnen. Die Chance stand 4 zu 1. Allerdings wusste er sofort, dass er die fragen musste, die aussah als hätte sie 12 Jahre lang auf dem Straßenstrich in Moskau gearbeitet und noch nie einen deutschen Penis gesehen. Der Nachname war ein eindeutiger Hinweis: Stoichov! Er fragte sie: „Frau Stoichov, was würden Sie sagen, wenn ich ihren Vornamen errate und ihnen sage, dass Sie in Lebensgefahr schweben?“ Sie sah ihn an und rechnete wahrscheinlich im Kopf schon aus, wie viel sie an diesen Schülern verdienen könnte, bei maximaler Stundendauer. Dann antwortete sie: „Versuchs mal!“ – „Sie heißen Ilka Stoichov und Bernd hat‘s auf Sie abgesehen!“ Erst zeigte sie ihm den Vogel und dann fragte sie ihn: „Fangt ihr jetzt schon am Tag an zu saufen?“ Er drehte sich um und packte seine Sachen. Er wollte weg, so schnell wie möglich. Es regnete den ganzen Nachmittag. Der Boden draußen war so weich, dass man kniehoch im Matsch versank, wenn man herausging. Herbert, der als einziger auf seinem Zimmer lag, weil die anderen verschwunden waren sah aus dem Fenster. Er sah zwei Gestalten, eng umschlungen im Gewitter. Es war Nacht und er konnte sich schon denken, wer bei diesem Wetter draußen war. Soviel verdient man ja nun als Lehrerin auch nicht. Er spürte, dass etwas schreckliches passieren würde.

„Ich will dich jetzt! Hier auf dem Boden!“ Mit diesen Worten warf Ilka ihren Kollegen zu Boden. Dieser Fragte: „Kostet das dann extra?“ Sie zog ihm sein Hemd aus und hauchte: „Nein, das ist umsonst!“ Sie wälzten sich im Schlamm und entledigten sich Stück für Stück ihrer Kleidung. Plötzlich lag jemand neben ihnen. Si e schrie auf. Es war Simon. Bei näherem Betrachten bemerkte sie, dass sein Oberkörper ein Loch aufwies, aus dem die Innereien heraushingen. Sie drehte sich um und wollte davon laufen. Während sie lief, stolperte sie über die enthauptete Leiche von Nico und landete direkt auf dem verkohlten Leichnam von Olli. „Zarewitsch, rette mich!“ Als Ilka in seine Richtung sah, musste sie mit ansehen, wie dieser in der Luft vom Kürbis zerrissen wurde. Sie stolperte weiter und landete dann auf dem Betonboden vor dem Gebäude. Der Riesenkürbis kam immer näher. In seinen Ranken hatte er eine beträchtliche Anzahl an Dildos. Kurz vor ihr blieb er stehn. Sie machte ihm ein Angebot: „Wie wäre es mit 300 für die ganze Nacht?“ Er hielt ihr einen Dildo hin. Sie griff nach ihm und wusste sofort, was er sehen wollte. Sie führte den batteriebetriebenen Penis oral ein. Eine andere Ranke schnellte los und stopfte ihr einen weiteren Dildo in den Mund. Und als ob das nicht genug wäre folgten weitere. Als sie aufhörte diese anzunehmen rammte der Riesenkürbis ihr einen nach dem anderen in den Körper. Nach wenigen Sekunden verstummte ihr Röcheln und sie war tot. Der Riesenkürbis verzog sich wieder. Herbert lag die ganze Nacht zitternd in seinem Bett.

Am nächsten Morgen wachte er auf. Überall war Polizei und die Jugendlichen wurden nacheinander von Psychologen und Polizisten zu den Vorgängen befragt. Nachdem er der Polizei die ganze Story erzählte, wurde er unter dringendem Tatverdacht abgeführt und vorläufig festgenommen. Seine Psyche hatte diese wüste Geschichte erfunden, um zu verdrängen, dass er der Mörder war.

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