Montag, 11. Dezember 2006

Furcht und Fluchtgedanken

Ich zittere am ganzen Körper, wieder nicht geschlafen, wieder die Nacht am Fenster zugebracht und die Wolken dabei beobachtet, wie sie abwechselnd den Mond verdeckt haben, meinen Computer von einem Bekannten hacken lassen und jetzt das, meine Mutter zwingt mich einen Arzttermin wahr zu nehmen, den ich nicht wahrnehmen will...
Ich kann einfach nicht, es mach mir Angst, ich habe Schweißausbrüche, wenn ich nur daran denke, ich will einfach nicht schon wieder gestochen werden, dass man mir schon wieder Blut abnimmt um damit irgendwelche fahdenscheinlichen Experimente zu machen, ich will das nicht. Ich will meine Ruhe haben. Ich möchte einem lieben Menschen sagen, dass ich mich ihm sehr zugeneigt fühle und sich das Leben in seiner Nähe ein wenig lebenswerter anfühlt und diesen Menschen in die Arme nehmen und ganz fest halten...
Tränen, weil ich schon wieder träume, oder nicht? Ach es ist ungerecht, immer wenn ich mal meine Probleme auflisten will klingt das ganze wie der wehleidige Versuch in Selbstmitleid zu terfließen, ich hasse Selbstmitleid. Das hilft keinem weiter und macht es nur noch schlimmer.

Ich will jetzt nicht zum Arzt, ich will und werde da auch nicht hingehen, nicht in meinem Zustand, nicht jetzt und auch nicht so, nein ich will nicht, die sollen mir wannanders Blut abnehmen, ich will jetzt meine Ruhe haben vielleicht das ein oder andere Liebeslied hören, was in mir unstillbare Sehnsüchte weckt und noch ein wenig den Zustand genießen so emotional angreifbar zu sein.
Heute Nacht, als der Hacker sich ne Stunde an meinem System ausgelassen hat, habe ich während wir die ganze Zeit in Kontakt waren öfter daran gedacht, was wohl wäre, wenn das nicht jemand wäre, dem ich das System so überlasse, dass er sein Backdoorprogramm ausgiebig testen kann, wenn irgendjemand die Leichen findet, die in meinem Datenkeller liegen, wäre das Grund genug zu fliehen und dem altmodischen Bauern in seiner schwarzen Kutte die Hand zu reichen? Den letzten Zug nach Nirgendwo nehmen, "roses to no one"?
Ich glaub nicht, aber mir ist bewusst wie unbekümmert ich mit meinen Daten umgehe, naja und das sagt ein Bekannter, der scheinbar von meiner Paranoia mich in Gefahr zu befinden und dem Verfolgungswahn noch nicht so viel wusste, naja was auch immer, ich möchte Blumen schenken, ich möchte den Mond anheulen in einer sternenklaren Nacht, ich will das sein, was die Spreu vom Weizen trennt, der Funke der Begeisterung, die letzte Flasche Wasser im Wüstenurlaub!
Und was bin ich stattdessen? Ein Teletubbiezurückwinker, der Angst und Panik davor hat zum Blutabnehmen zu gehen, ich hasse Krankenhäuser und sowas, ich will das nicht mehr, nein, nein, nein!
(Originales Live Journal)

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