Mittwoch, 6. September 2006

06.09.2006

Was für ein Tag? Gerade hat Deutschland den höchsten Auswärtssieg der Deutschen Fußballgeschichte mit einem 13-0 in San Marino beendet und meine Laune ist derart ausgelassen, dass man denken könnte, die Welt wäre wieder im Gleichgewicht und alles wäre toll, aber ist es das wirklich. Auch wenn die verdammten Pizzabäcker von den Froschfressern aufn Sack gekriegt haben und 3-1 verloren haben, was wohl mehr als schmeichelhaft für die verdammten Italiener war (es geht hier um Fußball, ethnischen Hass hege ich gegen andere Gruppen), auch wenn die Nacht so klar und warm ist, wie schon lang nicht mehr, auch wenn ich das Gefühl habe, dass es in meinem Leben wieder bergauf geht, irgendwas stimmt ganz und gar nicht.

Angefangen hat der Tag mit nächtlichem Fernsehen und ich weiß nicht, was ich sonst noch so gemacht habe, es muss so gegen 5 Uhr in der Früh gewesen sein, dass mir Tränen in die Augen stiegen, es war bei dem Titel "Nur du" von L' Ame Immortelle! Manchmal sagen Lieder das, was man selbst nicht sagen kann, das ist glaub ich so eins von der Sorte... Anschließend sind mir einige Dinge durch den Kopf gegangen, so wie das, dass genau ein Monat vergangen ist, seit meine unersetzbare beste Freundin den Kontakt abgebrochen hat, auch wenn wir zwischendurch mal ein 3 oder 4 Tage langes Aufeinanderzugehen hatten, war es doch so, dass es irgendwo hakte... und das tut es noch, ich weiß nicht wie wir das in den Griff bekommen können, dann kam mein Horoskop, es sagte mir, ich solle auf die Leute zugehen, die mir was bedeuten und Vergangenes verzeihen und es wäre der richtige Tag sich mal was zu gönnen. Es ist schon komisch wie Horoskope immer perfekt auf einen zugeschnitten scheinen, wenn man den Tagesverlauf verfolgt, wird sich eines davon bewahrheiten...

Um 6 Uhr kam die Wiederholung, des Vorabendspiels, EM-Qualifikation der U21 gegen Rumänien, welches das deutsche Team mit 5:1 für sich entscheiden konnte, ein guter Start in den Tag, so gegen 10 Uhr bin ich dann eingeschlafen und erst um 16 Uhr wieder erwacht, einige Zeit habe ich dann eigentlich nichts getan außer darüber nachzudenken, wie ich einer sehr guten Bekannten gegenüberstehe und auch wenn wir nicht wirklich eng miteinander sind, ist mein Häslibutzi doch so was wie ne Freundin für mich. Wenn man mit Freunden mäßig besetzt ist, mehrt sich das Misstrauen und die Zweifel und man ist sehr vorsichtig, jemanden als Freund zu bezeichnen, wahre Freunde sind noch seltener, aber na ja, auch die können einen umbringen!

So gegen halb 8 oder so muss es gewesen sein, dass sich XXX, die mich regelmäßig in ihrem Blog erwähnt, angeschrieben hat mit den Worten: "Ich hab dich lieb", auf die ich nichts zu antworten wusste außer, was das solle, weil es für mich wie der blanke Hohn klang, aber irgendwie wollte ich ihr glauben, wenige Minuten später schlug sie ein Treffen vor, welches ich als einen ersten Schritt von ihr ansah, den ich ihr hoch anrechne. Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht dieses Treffen nicht wahrzunehmen, in Anbetracht der Möglichkeit einer weiteren Verletzung und des nahenden Länderspiels war ich wirklich am Grübeln... aber jeder Mensch hat eine Chance verdient und die sollte auch sie bekommen, vor allem weil sie mir in der Vergangenheit sehr oft eine Chance gegeben hat, wo ich schon längst keine mehr verdient habe, die Eskapaden im Suff, die Lügen, die daraus entstanden, die ungerechtfertigten (vielleicht auch teilweise unerfüllbaren) Ansprüche, wobei ich letzteres als eher weniger gravierend einstufe.

Das Treffen: Es ist schon sehr sehr komisch im Sinne von merkwürdig, dass man eine Person sieht, die man aufgrund dessen, was sie einem angetan hat hassen könnte, aber beim Anblick unweigerlich ein Lächeln ins Gesicht bekommt, das ist paradox! Aber ich versuche zwischen ihr und dem was sie tut zu unterscheiden, das macht es zwar noch schwerer aber das ist das eigentliche Problem, das Verhalten! Wie auch immer, wir haben uns auf ein Klettergerüst getan und komischerweise viel gelacht, warum? Waren wir froh uns nicht in Fetzen zu reißen, zu feige den anderen zu verletzen, froh, dass der andere da war? Ich weiß nur, dass es nicht wirklich zu einem Gespräch kam, ich war auch nicht gewillt den ersten Schritt in diese Richtung zu tun, zwar bin ich wohl bisher immer der Motor gewesen, der das ganze angetrieben hat, jedoch klemmt da was und ich habe vergeblich gewartet, ungefähr anderthalb Stunden lang, auf ein "Verzeih mir" "Es tut mir leid", "Ich hab Scheiße gebaut"... Ich bin mir sicher, weil ich es ihr angesehen habe, dass es das ist, was sie denkt aber ich will nicht mehr auf dem Grund meiner Gedanken eine solche Entscheidung treffen, zwar hat sie sich bedankt, dass ich ihr diese Chance gegeben habe, sie hat mir ja auch gesagt, dass ich mir Zeit nehmen solle, aber meine Entscheidung stände längst fest... Sie steht längst fest, aber ohne sie kann ich das nicht durchziehen... Ich werde ihr weitere Chancen geben, das steht fest, aber irgendwann ist das Ende der Fahnenstange erreicht...

Nach dem Treffen hat sie sich bedankt, ich dachte erst: "Wofür? Ich hab dir nix verziehen!" Aber ich interpretiere es als Dankeschön an das Gewähren der Chance!

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